Klebekunst

Von der Rolle: Tape Art Convention 2018

In der Hauptstadt wird nun geklebt, was das Zeug hält. Denn erneut vereint das Berliner Künstlerkollektiv Tape That (nicht zu verwechseln mit einer ähnlich klingenden Boyband) renommierte Künstler aus aller Welt zum kreativen Kräftemessen und Grenzen überkleben. Das Werkzeug der Wahl: Klebeband.

Foto: Lilli Lück

Begutachten kann man die Werke vom 7. bis zum 28. Juli in der Galerie Neurotitan in Mitte. Zum Auftakt verwandelte das Kollektiv ein Wittenauer Wohnhaus mit einer Schicht Klebeband in ein ganz neues Farbspektrum.

Die sechs Tape-Artisten formierten sich 2011 und haben seitdem sogar den Berliner Hauptbahnhof schon „getapet“, ebenso wie ganze Räume inklusive Decke und Fußboden in der Street-Art-Ausstellung „The Haus“. Mittlerweile sind sie weltweit im Kleben aktiv.

Tape ist ein vielfältiges Medium, das bereits im Berlin der 80er-Jahre Anwendung durch die bildende Künstlerin Birgit Ramsauer erfuhr. Gerade Linien zu ziehen, ist schnell und einfach machbar, wodurch man sich von minimalistischen Bildern regelrecht einfach in detailverliebte Höhen arbeiten kann. Zudem lässt sich das Band auch leicht wieder entfernen.

In der Galerie Neurotitan am Hackeschen Markt wird der Alltagsgegenstand Tape als eigenständige Kunstform gefeiert, da sich durch die Zweckentfremdung ganz neue, unübliche Möglichkeiten des kreativen Ausdrucks ergeben. Neben Installationen, Live Tapings und Lichtelementen können Besucher, deren Eintrittsbeitrag in eigenem Ermessen liegt, auch an Führungen und interaktiven sonntäglichen Workshops teilnehmen. Sich einfach mal selbst im Kleben auszuprobieren, wird hier ausdrücklich begrüßt.

Tape Art Convention 2018 Opening: Sa 7.7., 19 Uhr, Neurotitan Galerie von Schwarzenberg e.V., Rosenthalerstr. 39, Mitte, Mo–Sa 12–20 Uhr geöffnet, Eintritt: Pay what you want
Workshops: sonntags 15.7., 22.7., 29.7.