Fotografie

Vonovia Award

Sie zählt zu den umstrittensten Wohnungsfirmen: Die Vonovia zeigt platzierte Arbeiten ihres Fotopreises

Erhöhte oder falsche Kosten zu berechnen, Mieten in einfachen Vierteln straff zu steigern: Das werfen Verbraucherschützer und Mieterbund der Vonovia SE vor. Kritische Presseberichte über das Unternehmen mit Sitz in Bochum füllen das Netz. „Wir werden uns der Diskussion stellen“, sagte ein Firmenvertreter bei der Eröffnung der Schau „Vonovia Award“ am 14. ­Februar in der Kommunalen Galerie des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf.

Laura Wilde: Exposed Landscapes, 2016-18 © Vonovia Award für Fotografie 2018
Laura Wilde: Exposed Landscapes, 2016-18 © Vonovia Award für Fotografie 2018
(3. Preis Kategorie „Beste Fotoserie“)


Der mit 42.000 Euro dotierte Preis war 2018 unter dem Motto „Zuhause“ ausgeschrieben. Norman Hoppenheit erhielt den ersten Preis für seine Serie über den Schweriner Stadtteil Dreesch, in dem er als Kind wohnte und den er 2016/2017 in sachlicher Ästhetik fotografisch untersuchte. Paula Markert nahm bühnenartig ausgeleuchtete Momente in Hamburg-Steilshoop auf. Lara Wilde aus Berlin, dritter Preis, porträtierte einzelne Personen nachts in ihren Wohnungen wie in einem traurigen Kammerspiel.

Auch über Kunstpreise von umstrittenen Firmen lässt sich streiten. Und Kulturstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD) kann sich fragen lassen, warum der Bezirk seine Gale­rie ausgerechnet Vonovia öffnet. Ihre ausweichende Antwort, es sei schön, wenn die öffentliche Hand gute Künstler zeigen könne, lässt für die angekündigte Reanimation des Sozial­staats durch die SPD nichts ­Gutes ahnen.

Bis 21.4.: Kommunale Galerie, Hohenzollerndamm 176, Wilmersdorf, Di–Fr 10–17, Mi 10–19, So 11–17 Uhr, Eintritt frei