Kino

Vorhang auf für Cyrano

Ende des 19. Jahrhunderts erwartet das Publikum mehr als antiquierte Diven, die klappernde Verse deklamieren.

Als der ­junge Bühnenautor Edmond ­Rostand dem berühmten Schauspieler Coquelin ein neues Stück zusagt, muss er sich ­zügig einen Stoff aus den Fingern ­saugen. Wie Rostand nun sein Theaterstück ­„Cyra­no de Bergerac“ zusammenfabuliert, bis am Schluss die heute weltberühmte ­Geschichte vom feinfühligen Poeten mit der langen Nase entsteht, das inszeniert Alexis Michalik in einem furiosen Wechsel aus Bühnengeschehen, Geldnöten und Liebeshändeln im Paris von 1887.

Rostand (Thomas Solivérès) und sein Schatten
Foto: Prokino

Michalik bekennt sich zu „Shakespeare in Love“ als Vorbild, was nicht zu über­sehen ist. Dabei befand er sich in derselben Lage wie Rostand: Ohne Geldgeber für seine Film­idee brachte er den Stoff „nur“ auf die Bühne. Erst der große Erfolg ermöglichte die filmische Umsetzung.

Daraus erklärt sich wohl die sehr theater­hafte Anmutung auch jener Szenen, die im Film nicht auf der Bühne spielen. Was passt, denn hier spiegeln sich wahres ­Leben und Theaterdramatik gegenseitig, geht es vor und hinter der Bühne turbulent zu, inklusive Intrigen, Falltüren und Heldenmut. So gesehen ist die boulevardeske Inszenierung gleichermaßen eine Liebeserklärung an das Theater wie an das erfolgreichste französische Bühnenstück bis zum heutigen Tag – „Cyrano de Ber­gerac“.

„Edmond“, F/B 2018, 110 Min., R: Alexis Michalik, D: Thomas Solivérès, Olivier Gourmet, Mathilde Seigner, Start: 21.3.

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