NEUER CIRCUS

Wabi-Sabi

20 Jahre Circus Sonnenstich – die inte­grative Gruppe beendet ihr Jubi­lä­ums­jahr mit einer Feier des Imperfekten

Inklusives Trapez: Jannic Golm, Anja-Maria Andrees – Fotos: Sandra Schuck

„Mixed-abled“-Theater mit Menschen unterschiedlicher Fähigkeiten und Einschränkungen ist in Berlin inzwischen durchgesetzt. Die professionellen Integrationstheater Ramba Zamba und Thikwa blicken beide auf gut 25-jähriges, sehr erfolgreiches Bestehen mit Performances, Sprech- und Tanztheater.

Seit zwei Jahrzehnten gibt es mit dem Circus Sonnenstich auch eine integrative Gruppe in der Kunstform des zeitgenössischen Circus’, der interdisziplinär Akrobatik, Tanz und Theater verbindet. Hervorgegangen ist die von Michael Pigl-Andrees geleitete Truppe aus dem Theater Ramba Zamba, längst eigenständig arbeitet hier bereits die dritte Generation von Artisten mit und ohne besondere Handikaps.

Ein Jahr lang, seit vergangenem Juni, wurde der 20. Geburtstag stolz gefeiert. Mit ­„Wabi-Sabi“ kommt nun zum Abschluss ihr neues Circus-Stück zur Premiere. Das japanische Wort beschreibt ein Ästhetik-Konzept, nach dem die wahre Schönheit in der Unvollkommenheit liegt. Die Artistinnen und Artisten des Circus Sonnenuhr nehmen dieses Konzept persönlich und präsentieren selbstbewusst ­Dinge und Geschichten, die in ihren Augen schön sind.

Ihre inklusive Show mit Gastkünstlern ist eine Feier des Imperfekten, dessen Schönheit eigene Maßstäbe hat und auf die man mitunter erst durch den fremden Blick stößt. Die besonderen Künstler des Circus Sonnenstich helfen dabei. FRIEDHELM TEICKE

2.6., 19 Uhr, 3.6., 16 Uhr, Admiralspalast Studio, Friedrichstr. 101, Mitte. Regie: Anna-Ka­tharina Andrees. Eintritt 5–34 €

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