Trinken Gehen

Wagemut Bar

Foto: Bar Wagemut

Wer macht das?
Ein ausgebildeter Butler, in England, mit allem drum und dran. Und das ist nur eine der vielen Geschichten, die man über diesen Nicolas Kröger erzählen könnte. Eine andere wäre: Kröger gehört unter anderem auch das kenntnisreich bestückte Rum Depot in Schöneberg. Der noch immer junge Bartender ist aufs Sympathischste alte Schule. Diese Ernsthaftigkeit und der Ehrgeiz offenbaren sich endgültig im hinteren Raum der Bar: Dort steht eine große Tafel, die sich etwa für Verkostungen und Themenabende glänzend eignet. Vor allem aber türmen sich vom Boden bis zur Deckel alte Holzkisten mit einem immensen Sammelsurium an Flaschen. In mehreren Holzfässern reifen eigene Rum-Varianten und auch die Spezialitäten der Spirituosen-Linie des Hausherrn „N. Kröger Fine Spirits“ stechen hervor. Ziel sei es, so der Gastgeber, die größte Spirituosenauswahl Berlins bereitzuhalten. Wir überschlagen kurz und sind uns fast sicher: Dem dürfte so sein.

Wer geht da hin?
Fortgeschrittene Spirituosenexperten. Das Wagemut ist kein Ort, an dem die kulinarische Avantgarde ihre Longdrinks fermentiert und erst recht keiner, an dem das Trinken einzig ein atmosphärisches Vergnügen bleibt. Eher funktioniert diese zeit- und vor allem zeitgeistlos gestaltete Bar wie diese Plattenläden aus jener Epoche, in der Vinyl wichtig war: Hier treffen sich Kenner und Komplizen und haben gemeinsam ihren ganz eigenen Spaß. Indes: Wer sich wirklich auf die Trinkkultur einlassen will, wird vom niemals snobistischen Barpersonal bei der Hand genommen.

Was sollte man trinken?
Vergriffenen Ardbeg Whisky, rare Rum-Spezialitäten und kuriose Cognac-Varianten, dazu Raritäten von Booth’s Gin bis zu Black Tot Rum. Die Cocktailkarte bleibt den Klassikern treu, und serviert diese aber immer wieder überraschend und auf handwerklich höchstem Niveau.

Kreuzbergstr. 71, Kreuzberg, Di–Sa ab 2 Uhr, bar-wagemut.de