Kino

Was uns nicht umbringt

Seit ihrer schönen Küchenkomödie „Bella Martha“ sind 17 Jahre ins Land gegangen, nun hat Sandra Nettelbeck nach ihrem Drehbuch zu „Ich bin dann mal weg“ und dem Drama „Mr. Morgan’s Last Love“ mit Michael Caine wieder mal einen großen Kinofilm vorgelegt. Und der wirkt vor allem durch die Lebenserfahrung, die die 52-jährige Nettelbeck mit ihrem Skript ausstrahlt, mit den kleinen, stimmigen Momenten, den so passenden Halbsätzen ihrer Protagonisten.

Sie breitet einen ganzen Reigen diverser lose miteinander verbundener Menschen vor uns aus, die mit sich und ihrem Leben zu kämpfen haben: Das fängt beim losen Wasserhahn in der Küche an und endet beim Tod des Liebhabers. Im Zentrum: Psychotherapeut Max (August Zirner), geschieden, Besitzer eines schwermütigen Hundes. Gebeutelte Leute wie die Schauspielerin Sophie, der Pilot Fritz, der schweigsame Ben oder Max’ Exfrau Loretta nutzen dessen Einfühlungsvermögen und erhoffen sich Anschübe. Und ein Bestattungsunternehmer-Geschwisterpärchen sowie zwei Tierpfleger treten auch noch diesem Personaltableau bei.

Foto: Marion von der Mehden/Alamode Film

Das ist filmisch eher konventionell, besticht aber durch die gute Besetzung, den Singer-Songwriter-Soundtrack (etwa von Glen Hansard) und einen sehr schönen, eher leisen Humor.

D 2018, 120 Min., R: Sandra Nettelbeck, D: August Zirner, Johanna ter Steege, Barbara Auer, Oliver Broumis, Jenny Schily, Bjarne Mädel, Start: 15.11.

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