Coming of Age

Was werden die Leute sagen?

Die 15-jährige Nisha (Maria Mozhdah) lebt in Norwegen, ihre Eltern kommen aus Pakistan. Ihr Doppelleben – im Familienkreis gibt sie die gute Tochter, im Alltag ist sie ein typischer Teenager – hat sie perfektioniert. Bis sie mit ihrem Freund erwischt und wenig später von ihrem Vater Mirza (Adil Hussain) und Bruder entführt wird: Destination Pakistan.

Regisseurin und Drehbuchautorin Iram Haq verarbeitete eigene Erfahrungen, angereichert mit fiktionalen Elementen. Über den Film sagt die heute 42-Jährige, dass viel Zeit vergehen musste, bis sie sich „als Filmemacherin und auch als Mensch in der Lage gesehen hat, diese ­Geschichte in einer klugen und vernünftigen Weise zu erzählen. In einer Weise, in der das Mädchen Nisha nicht nur als Opfer und ihre Eltern nicht bloß als Täter erscheinen.“ Für die Eltern Verständnis zu entwickeln, das fällt schwer. Doch gerade der Vater wird als komplexe Persönlichkeit dargestellt, als tragische Figur und Gefangener seines Wertesystems.

Nisha will vor allem eine gute Tochter sein. Die Familie ist nicht nur Teil eines Unterdrückungsapparats, es gibt ­Momente des Zusammenhalts. Die differenziert ­erzählte Geschichte, die moralische Aufladung vermeidet, vermittelt anschaulich, dass es für Nisha keinen Ausweg gibt, der sich richtig anfühlt. 

„Hva vil folk si“, N/S/D 2017, 106 Min., R: Iram Haq D: Maria Mozhdah, Adil Hussain, Ekavali Khanna

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