Dokumentarfilm

We Are X

Geschichten über Aufstieg, Sturz plus ­Comeback von Rockbands gibt es zuhauf. Selten aber sind die so voller Tragik und Pathos wie im Fall der japanischen Band X Japan.

Gegründet 1982 inspirierten sie durch ihr schrilles Punk-Glam-Image die frühe Visual-Kei-Szene Japans, wobei sie sich musikalisch im Verlauf der Jahre vom Speed Metal zu einem symphonischen Progressive Rock hinbewegten.

Gründungsmitglied, Mastermind und ­Zeremonienmeister der Band ist Pianist und Schlagzeuger Yoshiki – für eine Rockband eine eher ungewöhnliche Konstel­lation. Für ihn ist das Schlagzeugspiel eine existenzielle Frage um Leben und Tod. Für den Fall aller Fälle stehen Sauerstoff­flaschen nach jedem Konzert für ihn ­bereit.

 

Schmerzen körperlich und seelisch zu verarbeiten, ist der künstlerische Impetus für die Musik von X Japan, und in ­Sachen Schmerz sind sie im Verlauf ihrer ­Karriere zu Experten geworden. Seien es nun Trennungsschmerzen, die 1997 zur Hysterie bei ihren Fans führte, als sich die Band für zehn Jahre auflöste. Oder ­Abschiedsschmerzen bei den Selbstmorden zweier ehemaliger Bandmitglieder, wobei besonders der Suizid ihres ­Gitarristen nur wenige Monate nach ihrer ­Trennung in ganz Japan Schock­wellen auslöste.

Die Geschichte von X Japan ist ein überlebensgroßes Melodram, für das die Musik – und das Kino – erfunden ­wurden. 

GB/USA/J 2016, 95 Min., R: Stephen Kijak

https://www.zitty.de/event/dokumentarfilm/we-are-x/

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