Dokumentarfilm

Wenn Gott schläft

Als Shahin Najafi in seinem Song „Naghi“ über einen Imam rappte und dabei dessen Genital erwähnte, wurde im Mai 2012 die Fatwa ausgesprochen, Najafi „für immer in die Hölle zu schicken“. Der wohnt zwar seit 2005 in Deutschland und prangert weiter mit seiner Musik die Ungerechtigkeiten in seiner Heimat an – Leben fühlt sich jedoch anders an.

Die Fatwa hat Shahin Najafi bekannter ­gemacht. Doch mit jedem neuen Song, den er im Internet postet, mehren sich die Todesdrohungen via Internet, erhöht sich das Kopfgeld. Mit welchen Ängsten dieser Musiker täglich kämpft, zeigt dieser Dokumentarfilm von Till Schauder. Den Filmtitel hat er sich von der gleichnamigen Autobiografie Najafis geliehen.

Hier nun wird die Kamera zu dessen Schatten. Man erfährt viel von seinen Weg vom Koranrezitator zum Rapper und Kritiker. Doch wie nähert man sich einem Menschen, der jederzeit Ziel eines Anschlags werden kann? Werden ihn die Bilder ­verraten? Oder vertraut man auf zugezogene Vorhänge und Interviews in ständig neuen Räumen?

Wenn Gott schläft
Foto: Camin Khelghat

Die permanente Unsicherheit, die das Leben aller in Shahin Najafis Umfeld schmälert, gewinnt während des Films immer mehr an Gewicht. Nicht jeder kann und will sein Leben für die ­Freiheit opfern. Dass Shahin Najafi ­jedoch nicht anders kann als Weitermachen mit derselben Wut und Emphase, macht dieser packende Film überaus deutlich.

D/USA 2017, 88 Min., R: Till Schauder

Wenn Gott schläft

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