Kino

Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?

Corinna Harfouch: 63 Jahre alt, mit ­einer immer noch enormen Ausstrahlung ­gesegnet – und viel zu selten im Kino zu sehen. Dafür überstrahlt sie nun in der charmanten Tragikomödie eine angenehm surreal anmutende Szenerie.

Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?
Foto: Alamode Film

Harfouch spielt Charlotte. Die fängt an, über fundamentale Dinge nachzugrübeln und steht kurz davor, ihrem Gatten Paul (Karl Kranzkowski) nach über 37 Jahre Ehe den Laufpass zu geben. Ähnlich verpeilt: Tochter Alex (Meret Becker), eine miserable Fahrschullehrerin und mit der Erziehung ihrer cleveren Tochter Jo (Anna­lee Ranft) überfordert. Als Charlotte einen Urlaub auf einer Insel mit Leuchtturm bucht, ist bis auf Jo der Rest des Clans wenig begeistert. Was nun folgt, ist eine Art Roadmovie, in der Alex und Paul die Bekanntschaft der Truckdriverin ­Marion (Sabine Timoteo) machen und alle schließlich auf jener Insel landen, auf der Leuchtturmwärter Robert (Bruno Cathomas) vor sich hinphilosophiert.

Autorin und Regisseurin Kerstin Polte platziert in der märchenhaften Szenerie punktgenau besetzte Figuren, denen man gerne dabei zusieht, wie sie sich an so ­etwas wie Leben versuchen. Gleichzeitig thematisiert Polte schwerelos grundlegende Fragen der Existenz. Zusammengehalten wird alles von der Erzählerstimme ­Roberts. Der weiß Dinge, die sonst keiner weiß – und kann vielleicht die titelgebende Frage beantworten.

D 2018, 94 Min., R: Kerstin Polte, D: Corinna Harfouch, Meret Becker, Karl Kranzkowski, Sabine Timoteo