Die Party der Anderen

Wer verdient an der Berlinale?

Bei der Berlinale feiern die Reichen und Schönen, als Normalsterblicher auf die Berlinale-Partys zu kommen, ist schwer bis unmöglich. Dennoch profitieren viele Berliner von dem Festival. Wir haben uns umgehört und herausgefunden, wer wirklich an der Berlinale verdient

Text: Martin Schwarzbeck    Fotos: Clara Nebeling

Michael Müller geht es ums Geld. Natürlich mag auch er den Glanz, der von den Stars  auf dem roten Teppich ausgeht, aber er denkt auch oft daran, wie voll deren Portemonnaies sind. Am Montag sprach er vor rund 350 geladenen Gästen im Delphi Filmpalast mit Berlinale-Chef Dieter Kosslick und Schauspielerin Karoline Herfurth darüber, wie sehr die Berliner Wirtschaft von der Berlinale profitiert. Es muss einiges sein, was bei dem Filmfest für die Stadt herumkommt, wenn der Regierende Bürgermeister diese wirtschaftliche Relevanz zur Chefsache macht.

Foto: Ali Ghandtschi/Berlinale

Geladen hatten die Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin und das ländereigene Filmförderungsunternehmen Medienboard Berlin-Brandenburg. Jürgen Schepers von der IHK sagt: „Wir wollen mit Wirtschaft und Politik darüber diskutieren, welche wirtschaftliche Bedeutung die Filmwirtschaft als Standortfaktor hat. Ich glaube, dass da noch Aufklärungsbedarf herrscht.“ Medienboard-Chefin Kirsten Niehuus sagt: „Zur Berlinale kommen nicht nur die Stars, sondern auch Heerscharen von Menschen, die Filme kaufen, verkaufen und finanzieren wollen. Die müssen irgendwo wohnen, essen, Filme schauen und auch noch von A nach B kommen – das sind die Geldbringer.“

Das Tagesbudget eines Berlinale-Besucher beträgt 240 bis 310 Euro, bei einem gewöhnlichen Hotelgast sind es 206 Euro. Anders als der normale Berlin-Tourist bleibt der Berlinalebesucher aber vier bis neun Tage, nicht nur zweieinhalb.

Laut einer Studie der Investitionsbank Berlin (IBB) von 2015 geben die geschätzten 100.000 Berlinale-Besucher etwa 69 Millionen Euro in der Stadt aus, hauptsächlich für Hotels, Restaurants, Transport und Eintrittskarten. Durch diesen Primärimpuls und die jährliche Wiederholung des Events summieren sich die wirtschaftlichen Effekte auf rund 125 Millionen Euro. Das klingt beeindruckend, ist aber tatsächlich gerade ein Tausendstel des jährlichen Berliner Bruttoinlandsproduktes. 2007 hatte die IBB eine ähnliche Studie veröffentlicht, die auf wirtschaftliche Effekte von 300 Millionen Euro kam. Claus Pretzell von der IBB sagt: „Die Zahlen sind nicht vergleichbar, weil es damals eine andere Berechnungsgrundlage gab.“


Hotels

Die Hotels rund um den Potsdamer Platz, dem Mittelpunkt der Fimfestspiele, verdienen gut an der Berlinale. Das Filmfest hat etwa 25 Partnerhotels unter Vertrag, die Unterbringungsangebote an die Fachbesucher richten.

Im Grand Hyatt, einem Fünfsternehaus direkt am Potsdamer Platz heißt es: „Wir sind zur Berlinale ausgebucht.“ Sabina Held vom Adlon Kempinski, ebenfalls fünf Sterne, sagt: „Wir gehen momentan von einer sehr hohen Belegung in der Zeit der Berlinale aus – zwischen 95 und 100 Prozent.“ Auch Holger Linde vom The Mandala (5 Sterne), sagt: „Wir sind gut gebucht und gehen in den zwei Wochen sicherlich an unsere Auslastungsgrenze.“ Das Buchungsinteresse ist nicht nur auf den Potsdamer Platz und den Luxusbereich konzentriert. Arne Lindenberg, stellvertretender Hostelleiter von Citystay, einem Zwei-Sterne-Haus am Alexanderplatz, sagt: „Wir haben im Berlinale-Zeitraum deutlich mehr Buchungen. Die meisten Berlinale-Gäste bevorzugen Ein- oder Zweibettzimmer, aber die Filmstudenten gehen auch in die Schlafsäle.“ Allzuweit wollen die Gäste dann aber doch nicht vom Kern des Geschehens ab wohnen. Miranda Meier, Sprecherin des Estrel-Hotels an der Sonnenallee in Neukölln sagt: „Bei uns kommt kaum etwas vom Berlinalerummel an.“


Verkehr

Audi stellt der Berlinale rund 300 Fahrzeuge bereit, um die Filmstars zur Eröffnung, zu den Gala-Premieren oder zur Preisverleihung vorzufahren. Entsprechend sagt Sascha Neumann vom Limousinen-Mietservice City Limos: „Die Fahrten bei der Berlinale laufen über deren Fuhrpark. Wenn dann kommt bei uns mal eine Anfrage, wenn kurzfristig ein Fahrer ausfällt.“

Bei Prime Limousines heißt es hingegen: „Wir haben zur Berlinale deutlich mehr Anfragen, obwohl die Berlinale ihre eigene Flotte stellt. Die meisten Gäste lassen sich rund um den Potsdamer Platz chauffieren.“ Und auch das Taxigewerbe profitiert. Andreas Winter, Kundenbetreuer von TaxiFunk sagt: „Der Februar ist ein relativ umsatzschwacher Monat, da fällt eine Veranstaltung wie die Berlinale schon auf. Aber nur wenige Gäste fahren mit dem Taxi vom Hotel zum Kino, die Taxis kommen im Berlinalezeitraum eher zum Einsatz von dem jeweiligen Veranstaltungsort zum nächsten. Da passiert ’ne Menge. Wie ein Spinnennetz zwischen allen teilnehmenden Kinos und Veranstaltungsorten. Klar, logisch, am Potsdamer Platz passiert das meiste. Aber das betrifft uns als Auftragsvermittlung immer nicht so sehr, weil die Leute am Halteplatz in die Taxe springen, schwupp und los.“ Die Berlinale-Besucher sind anscheinend mit Limousinen oder Taxen unterwegs, aber nicht mit dem Öffentlichen Nahverkehr. BVG-Sprecherin Petra Reetz sagt: „Zur Berlinale verkaufen wir nicht mehr ÖPNV-Tickets als sonst. Das einzige, das wir davon mitbekommen, ist, dass der Bus schlechter durchkommt, weil sich rund um den Potsdamer Platz die Autos stauen.“


Restaurants

Mohamed Hashmi, Kellner im Mommseneck nah des Potsdamer Platzes, sagt: „Zur Berlinale haben wir etwa ein Drittel mehr Gäste“. Auch im Restaurant Vox im Grand Hyatt, gegenüber vom Berlinale-Palast, gibt es „deutlich mehr Gäste“. Im Restaurant Borchardt, 17 Laufminuten vom Potsdamer Platz entfernt, ist man differenzierter.

Jonas Höll aus dem Marketing sagt: „Es kommt auf die Tage an, am Eröffnungsdonnerstag sind wir jetzt schon fast ausgebucht, obwohl das an Donnerstagen sonst nicht so ist. Es kommen während der Berlinale auf jeden Fall deutlich mehr Gäste als normal. Vor allem reservieren sie für diese Zeit frühzeitiger als sonst.“


Kinos

Die 399 Filme des Berlinale-Programms werden in 24 Kinos gezeigt. Die meisten liegen zentral, doch für die Reihe Berlinale goes Kiez wurden auch sieben Kiezkinos einbezogen. Die Kinos, die teilnehmen, haben wenig von dem Besucheransturm, die Berlinale mietet die Säle komplett. Und dann fällt auch noch einer der größten Einnahmebringer aus: In den Berlinalekinos darf kein Popcorn verkauft werden.

Christian Bräuer, Vorsitzender der Gilde deutscher Filmkunsttheater und Geschäftsführer der Yorck-Kinos, die zum Teil auch an der Berlinale teilnehmen, sagt: „Erstmal glaube ich, dass die Berlinale sehr hilfreich für die Kinos ist. Sie macht Lust auf Film. Während des Festes hängt es davon ab, wie stark die Filme sind, die wir gerade im Einsatz haben. Ich erinnere mich an Jahre, da waren die Filme eher so „naja“, und dann rennen die Leute alle nur zur Berlinale. Und dann gibt es Jahre, da sind gerade auch viele tolle Filme im Einsatz und nicht jeder schafft es, sich rechtzeitig die Berlinaletickets zu holen, und dann hat Film so eine Präsenz, dass die Leute ins Kino gehen und trotzdem das Gefühl haben, an dem Event Berlinale teilzunehmen. Dann hat es sogar positive wirtschaftliche Effekte.“

Christian Suhren, einer der Betreiber des fsk-Kinos am Oranienplatz, das nicht an der Berlinale teilnimmt, klingt verdrießlicher: „Wir haben zur Berlinale weniger Zuschauer, weil unsere Gäste auch typische Berlinale-Besucher sind. Und wenn ein kleiner Film bei der Berlinale gut läuft, kommen auch kaum mehr Menschen, wenn wir den später im Kino zeigen.“ Auch die Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen bekommt, obwohl am Potsdamer Platz gelegen und verantwortlich für die Berlinale Retrospektive, nicht wirklich etwas vom Festivalrummel ab. Sprecherin Heidi Zapke schreibt: „Der Besucherverkehr in der Ständigen Ausstellung ist auch während der Berlinale eher normal.“


Film

Vor allem die Fachbesucher sind es, die den Wirtschaftsförderern den Mund wässrig machen. Etwa 20.000 Einkäufer, Rechtehändler, Produzenten, Filmemacher, TV-Vertreter und Journalisten sind zur Berlinale in der Stadt. Der European Film Market, eine Messe für Leinwandproduktionen und eines der drei größten Branchentreffen der Welt, verzeichnete vergangenes Jahr 9.121 Besucher. Dort wird wirklich viel Geld umgesetzt, „aber das bleibt zum größten Teil nicht in Berlin“, sagt Medienboard-Chefin Kirsten Niehuus. Das Medienboard hat 21 Filme aus dem Berlinale-Programm mit 3,4 Millionen Euro aus Mitteln der Länder Berlin und Brandenburg gefördert. Bedingung: Mit dem Dreh wird die Berliner und Brandenburger Wirtschaft unterstützt. Die Hoffnung von Niehuus ist, dass diese Filme, vielleicht auch dank der Berlinale, so erfolgreich werden, dass das bedingte Darlehen zurückgezahlt werden kann. Mehr ist für Berlin auf dem Filmmarktplatz Berlinale nicht drin. Dazu fördert das Medienboard noch die Berlinale Talents und die Drama Series Days mit insgesamt 300.000 Euro. Rückzahlung nicht vorgesehen. Niehuus sagt: „Bei uns gibt es bei erfolgreichen Filmen immerhin Tilgung, bei Oper und Theater, die mit weit mehr Geld gefördert werden, gibt es nicht einmal den Ansatz einer Rückzahlung staatlicher Mittel. Ich finde das ziemlich ungerecht.“


Partys

Früher haben Filmfirmen wie 20th Century Fox rauschende Feste geschmissen, doch deren letztes war vor bald zehn Jahren. Die Sony-Gruppe hat zuletzt 2014 auch nur zu einem Berlinale-Essen geladen. Seitdem: nichts. „Die haben alle kein Geld mehr“, sagt Gloria Viagra, Dragqueen und selbsternanntes Filmfestflittchen.

Viagra geht seit Mitte der 90er-Jahre zu Berlinale-Partys. Auf die meisten Feten komme nur, wer die richtigen Beziehungen habe. Wo gefeiert wird, sei vorher kaum absehbar: „Das ist relativ spontan, da werden schnell Partys aus dem Boden gestampft.“ Fest in ihrem Kalender vermerkt ist die Eröffnung und die Verleihung des Teddy Awards, des queeren Filmpreises. Daneben gibt es rund um die Berlinale einige weitere geplante Feiern. Zum Beispiel den Medienboard-Empfang, laut Website „eine der größten und beliebtesten“ Berlinale-Partys mit rund 3.000 geladenen Besuchern. Medienboard-Chefin Niehuus sagt: „Das wird fast alles durch Sponsoren finanziert. Das Medienboard zahlt etwa 20.000 Euro. Die Südliche Weinstraße stellt den Wein, ein anderer Produzent macht Moscow Mules und so weiter.“ Dann gibt es auch noch „Movie meets Media“ des Veranstalters Sören Bauer Events im Hotel Palace Berlin. Die 1.000 geladenen Gäste zahlen keinen Eintritt und essen und trinken umsonst. Finanziert wird das durch Sponsoring. Auch die Feier der kleinen deutschen Filmverleiher im frannz Club mit 1.000 Gäste wird zum Teil durch Sponsoring finanziert. So wie die der Filmstiftung Nordrhein-West-falen in der Landesvertretung, ebenfalls mit etwa 1.000 Gästen. Die Diskothek Adagio am Potsdamer Platz ist sogar die vollen zehn Tage für verschiedene Berlinalefeiern reserviert. Der E4-Club, ebenfalls am Potsdamer Platz, leidet hingegen unter der Berlinale. „Wir haben in der Zeit weniger Gäste als sonst“, sagt Dustin Render, einer der Geschäftsführer. Weil das Adagio für Normalsterbliche geschlossen sei, komme auch weniger Party-Laufpublikum vorbei.


Frisuren

Sollte es viele Menschen geben, die sich zur Berlinale die Haare schön machen lassen, dann gehen sie zumindest nicht in einen der vier Salons von Starfriseur Udo Walz. In seiner Kette heißt es: „Wir haben in der Zeit nicht mehr Buchungen als sonst.“


Prostitution

Im Bordell Tiffanys nahe des KaDeWe heißt es: „Wer die Kohle hat, der lässt sich die Prostituierten natürlich aufs Zimmer kommen.“ Also Anruf beim Escortservice My Escort Berlin. Der Telefonist sagt: „Wir haben etwa zehn Prozent mehr Buchungen zur Berlinale.“ Der Telefonist von Escort in Berlin hingegen sagt: „Es ist unterschiedlich von Jahr zu Jahr.“ Der Geschäftsführer der App peppr.it, die Prostituierte und Freier zusammenbringt, kann die Nutzungsdaten genauer auslesen. Florian Hackenberger schreibt: „In den zehn Tagen der Berlinale 2016 ist die Zahl der Neukunden im Vergleich zu den drei Vor- und Nachmonaten um das 2,3 fache gestiegen, es gab fast doppelt so viele Buchungen. 2015 stieg die Zahl der Neukunden sogar fast um das Vierfache und es wurden 2,75 mal so viele Buchungen wie im Vergleichszeitraum getätigt.“


Sicherheit

Berlinale in Zeiten des Terrors. Das heißt: erhöhte Sicherheit. Und damit auch Verdienst für die beteiligten Unternehmen. Jack Schulz, Einsatzleiter bei Ahmad Security, sagt: „Die Anfragen sind generell mehr geworden, seit der Sache mit dem Weihnachtsmarkt. Auch zur Berlinale.“ Die Personenschützer von Ahmad Security holen ihre Kunden bei Bedarf ab, stehen ihnen in der Öffentlichkeit zur Seite, bewachen das Hotelzimmer und betreuen bei Bedarf sogar die Kinder. Die Sicherheitsfirma Securitas schreibt: „Während der Berlinale sind wir dann zusätzlich im Einsatz, wenn unsere Kunden – darunter auch Medienunternehmen – eigene Veranstaltungen durchführen oder wenn wir Personen und wertvolle Gegenstände begleiten dürfen.“ Gunther Thiele, Marketingleiter bei Gegenbauer Sicherheitsdienste sagt: „Die Berlinale ist bei uns durchaus spürbar. Das hat damit zu tun, dass wir am Potsdamer Platz als Dienstleister tätig sind und der Sicherungsaufwand dort zu Zeiten der Berlinale noch höher ist als sonst. Wir schicken Streifen über das Veranstaltungsgelände, die Umfeldbewachung gehört auch zu unseren Aufgaben, wir sichern Aufbau und Abbau und es gibt im Berlinale-Umfeld Events, bei denen wir tätig sind.“ Die ebenfalls große Sicherheitsfirma B.E.S.T. Veranstaltungsdienste ist auf der Berlinale nicht gebucht. Wer dagegen ordentlich zu tun bekommt, ist die Polizei. Sie schützt Berlinale-Veranstaltungen, auch mit Betonstraßensperren, und führt auch Verkehrsmaßnahmen durch.


Kleidung

Beim Berliner Luxus-Kleidungslabel Kaviar Gauche heißt es: „Während der Berlinale kommen viele Kunden, die nicht aus Berlin sind.“


Drogen

Ein Mensch, der nicht einmal einen Kilometer vom Potsdamer Platz entfernt mit Cannabis handelt, sagt: „Die Berlinale wirkt sich nicht auf meinen Umsatz aus, ich kenne keine Stars.“ Der Fahrer, der erscheint, wenn man die Nummer eines „Kokain-Taxis“ anruft, sagt hingegen: „Zur Berlinale rufen die mich zu den abgefahrensten Uhrzeiten an den Potsdamer Platz.“


Arbeitsplätze

Claus Pretzell von der IBB sagt: „Durch die Berlinale werden knapp 380 meist temporäre Arbeitsplätze im Jahr geschaffen, beziehungsweise bestehende Arbeitsplätze gesichert. Etwa 70 Prozent entstehen dabei in den Dienstleistungsbereichen, vor allem in der Gastronomie und im Gastgewerbe, oder bei Sicherheitsdiensten.“ 2007 ließ die Investitionsbank noch verlauten, dass 2.400 befristete Arbeitsplätze geschaffen würden.

50 Menschen arbeiten ganzjährig für die Berlinale, 1.500 temporär, so die Antwort der Berlinale selbst. Dazu kommen 125 Festivalpraktikanten, die für den Zeitraum vom 6. bis zum 19. Februar 225 Euro erhalten, plus Eintritt zu ausgewählten Filmvorführungen. Menschen im technischen Service erhalten 12,35 Euro brutto pro Stunde, Umzugshelfer 11,25 Euro, und für Promotion gibt es 11,52 Euro. Vermutlich werden auch einige temporäre Stellen im Catering im Umfeld der Berlinale geschaffen. Karin Vladimirov, Pressesprecherin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, sagt: „Das ist dann eher Mindestlohn.“ Ein bei dem Berlinale-Ausrichter Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH festangestellter Senior Systems Administrator hingegen verdient 3.056,61 Euro im Monat.

Und dann gibt es ja auch noch die Film- und Fernsehbranche, die durch die Berlinale Auftrieb erhält. Über 1.000 Firmen mit mehr als 50.000 Beschäftigten hat sie in Berlin. Michael Neubauer, Geschäftsführer des Berufsverbands Kinematografie, sagt: „Fast alle Serien und Filme, die in Deutschland gedreht werden, produzieren Mitarbeiter ohne Festanstellung und verlässliche soziale Absicherung.“ Kirsten Niehuus vom Medienboard entgegnet: „Diese Jobs sind kaum noch temporär, weil wir hier fast Vollbeschäftigung haben.“


Berlinale

nale

Man darf nicht vergessen, dass die Berlinale selbst ihr Budget ja hauptsächlich in Berlin investiert. 24 Millionen Euro sind das im Jahr, 7,2 Millionen zahlt der Bund, den Rest muss sich das Filmfest selbst erwirtschaften. Laut Berlinale werden damit „Anmietung, Technik, Personalkosten, Events, Hospitality, Publikationen etc.“ bezahlt.


Stadtmagazine

Die ZITTY und ihr Schwestermagazin, der tip, profitieren ebenfalls von der Berlinale. Die Berlinaleausgaben gehören zu den bestverkauften jedes Jahres.


Also: Wirtschaftskraft Filmfestspiele?

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Berlinale sind stark auf die Gegend rund um
den Potsdamer Platz beschränkt und konzen
trieren sich hauptsächlich auf das Luxussegment. Claus Pretzell von der IBB trifft es vermutlich ganz gut, wenn er sagt: „Die
Berlinale ist ein Wirtschaftsfaktor, aber es zählt auch die Strahlkraft, dass die Medien zwei Wochen lang auf Berlin schauen, das kann man nicht in Zahlen fassen, diese Berlinwerbung, diesen Imagegewinn.“

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