Das Club-ABC

Westbam über sein Club-ABC

Sie sind 1984 nach Berlin gezogen – was ist der erste Club, an den Sie sich erinnern? Das war viel früher! Ich bin 1981 einmal aus meiner Heimat nach Berlin getrampt und landete im Chaos,  einem Punk-Schuppen am Halleschen Tor. Mit elektronischer Musik begann alles im Metropol – natürlich zu einer Zeit, in der die Musik noch keinerlei Namen hatte. Manche nannten sie „Pol“ – eben wie der Laden, in dem sie aufgelegt wurde.

Wie groß war die Szene damals?
Noch recht überschaubar. Es gab einige Clubs, ein paar Plattenläden. 1986 machten wir dann erste HouseParties im Ex’n’Pop. Aber so richtig ging es erst Mitte der 80er-Jahre ab. Zunächst mit Acid, und dann nach der Wende mit Techno.

Welche Rolle spielte der Mauerfall – plötzlich standen schließlich massenhaft Flächen leer …
Das mit den Flächen war gar nicht so der Punkt. Auch im Westen gab es viele Läden, die sehr improvisiert wirkten. Es waren eher die Kids aus den Ost-Bezirken, die plötzlich unsere Clubs enterten. Wo früher 100 Leute tanzten, waren es plötzlich drei mal so viele – eine richtige Explosion. Die genossen die neue Freiheit! So bekam die ganze Bewegung eine politische und sehr Berlin-spezifische Dimension, die ihren Teil dazu beitrug, dass Techno Pop wurde.

Als Sie für das Club-ABC sammelten: Wie viele Läden kamen Ihnen in den Kopf? Ich habe sie nicht durchgezählt, aber es waren sehr viele. Einige gab es wirklich nur sehr kurz. Bei anderen kann ich nicht einmal mehr sagen, in welchem Stadtteil sie waren. Und heute passiert es mir immer noch manchmal, dass ich in der Stadt unterwegs bin und mir einfällt: Mensch, hier war doch früher dieser Laden …

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