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Wild in der Torstraße – To the Bone

Wo kommt das her?

To Beef or not to Beef … das war nie die Frage. 2012 hatte Giacomo Mannucci mit dem gleichnamigen ­Restaurant im Akazienkiez nämlich aus dem Stand eine wunderbare ­Adresse einer produktverständnisvollen Fleischküche geschaffen. Dafür hatte er eigens ein Praktikum bei Dario Cecchini gemacht. Jener Fleischerlegende, die nie um die große Show verlegen ist. Und noch weniger um die aromatischsten, am Knochen gereiften Schnitte vom toskanischen Chianina-Rind. Noch heute kommt das Fleisch von dort. So auch im To the Bone, dem neuen Laden von Giacomo Mannucci, der nun doch in Mitte angekommen ist. Dort, wo ihn schon damals viele gesehen hatten.

To The Bone – Reh, am Knochen trockengereift: Dafür sollte man in die Torstraße gehen
Foto: Clemens Niedenthal

Und wo will das hin?

So lässig und gleichzeitig so ­kulinarisch exzellent, um gleich mit dem Urteil ins Haus zu fallen, funktioniert in der Torstraße sonst einzig das Bandol sur Mer. Ja, vielleicht ist dieser so pointiert wie nonchalant inszenierte Ort (mit restaurierten Eiermann-Stühlen aus der Philharmonie) das italienische Pendant zum französischen Bandol. Spektakulär, wie diese Küche ganz bei sich bleibt und einen gerade dadurch so herzhaft umarmt. Die Markknochen mit Ochsenschwanzkonfit – essenziell. Der am Knochen gereifte, aufreizend rote Rücken vom Reh – so, und so gut haben wir Wild in dieser Stadt lange nicht gegessen.

Und sonst?

In Kürze wird noch eine Frau aus der Emilia-Romagna kommen und die frische Pasta, Abend für Abend, ganz handwerklich rollen. Das hat dann weniger mit jener entschiedenen Fleischeslust zu tun. Wohl aber mit diesem sehr dezidierten Verständnis von exzellenten Produkten und regionaler Identität.

Torstraße 96, Mitte, Mo-So ab 18.30 Uhr, www.tothebone.bonita.berlin

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