Kino

Willkommen in Marwen

Willkommen in Marwen, einer von Mark Hogancamp erdachten Fantasiewelt, die sich der Amerikaner mit Spiel-Utensilien und Puppen zusammengebastelt hat. Nicht als Spaß, sondern als Therapie für ein Trauma: Als Hogancamp im Jahr 2000 eine Bar in Kingston, New York verließ, lauerten ihm fünf Schläger auf, die derart auf ihn einprügelten, dass er sein Gedächtnis fast völlig verlor und wieder neu lernen musste zu laufen und zu essen.

Der Film erzählt Hogancamps ­Geschichte zeitlich sehr verdichtet. Im Mittelpunkt stehen die Annäherungsversuche Hogancamps (Steve Carell) an seine Nachbarin Nicol (Leslie Mann) und die Frage, ob er die Courage aufbringen wird, bei der Gerichtsverhandlung ­gegen seine Peiniger aufzutreten. Die ­animierten Abenteuer der Marwen-Puppen ­spiegeln dabei seine inneren Kämpfe ­wider. 

Technisch ist das toll gemacht: Regisseur Robert Zemeckis ist für Filme bekannt, die sich an der Schnittstelle zwischen Real- und Animationsfilm bewegen („Falsches Spiel mit Roger Rabbit“). Zugleich zeigen die Puppenabenteuer auch das Problem des Films auf: Was für den echten Mark Hogancamp essenziell notwendig ist, wird hier zu einer Mischung aus anrührendem Drama, Actionabenteuer und Komödie verquirlt. Als Verrat an Hogancamps ­Lebensgeschichte sollte man den Film trotzdem nicht begreifen. 

„Welcome to Marwen“, USA 2018, 116 Min., R: Robert Zemeckis, D: Steve Carell, Leslie Mann, Diane Kruger, Start: 28.3.

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