Horroor

Winchester – Das Haus der Verdammten

Pünktlich um 0 Uhr wird die ­Geisterstunde eingeläutet im monströsen Wohnsitz der Witwe Sarah Winchester. Türen quietschen, es knarzt, rumpelt und poltert in Fluren, Zimmern und auf dem Dachboden; mitunter ergreift ein rachsüchtiger Dämon Besitz vom kleinen Henry, dem Sohn von Lady Winchesters Nichte ­Marion. Der Knabe wandelt dann durchs Gebäude und reagiert aggressiv.

Die Witwe Winchester
Die Witwe Winchester
Foto: Splendid Films/Ben King

Der mit Spukeffekten und Schreckgestal­ten aufwartende Gruselfilm wurde von den australischen Zwillingsbrüdern ­Peter und Michael Spierig mit Liebe zum ­Detail, aufwändiger Ausstattung und ­guten ­Darstellern inszeniert. Helen ­Mirren verleiht der exzentrischen Witwe ­Winchester aristokratisches Format. Jason Clarke verkörpert souverän ihren Psychoanalytiker, ein Rationalist, der nicht an okkulte ­Phänomene glauben mag – bis er bekehrt wird.

Das Besondere am 1906 nahe San ­Francisco spielenden Film: Bei der Witwe handelt es sich um eine historische Persönlichkeit, die Erbin der Waffenschmiede von William Winchester war eine Spiritistin. In ihrer mit grotesken Anbauten versehenen Villa voller labyrinthischer Gänge, falscher Türen und an der Decke endender Treppen gibt es auch einen Séance-Raum. Man kann das Haus noch besichtigen, obwohl Teile beim Erdbeben 1906 zerstört wurden. 

AUS/USA 2018, 93 Min., R: Michael Spierig, Peter Spierig, D: Helen Mirren, Jason Clarke

Winchester – Das Haus der Verdammten

Kommentiere diesen Beitrag