Kino

Wind River

Die US-Ureinwohner gehören zu den am stärksten marginalisierten Volksgruppen innerhalb großer Kulturnationen. Der ­Thriller des Autors und Schauspielers Taylor Sheridan (er schrieb „Sicario“ und „Hell or High Water“) erzählt von dieser Lebenswirklichkeit, indem er den Blick zweier Weißer darauf fallen lässt.

Wortkarg: Cory Lambert (Jeremy Renner)
Foto: Wild Bunch Germany

Cory Lambert (Jeremy Renner) ist Mitarbeiter der Naturschutzbehörde in einem India­nerreservat in Wyoming, ein stoischer ­Jäger und Fährtenleser. Als er die Leiche der Ureinwohnerin Natalie findet, kommt eine Außenseiterin ins Spiel: die unerfahrene FBI-Beamtin Jane Banner (Elizabeth Olsen).

Dem Schauplatz und der alles verlang­samenden Kälte angemessen, findet „Wind River“, der Thriller- und Western­elemente mit gelungenen Charakterporträts und fast meditativen Landschaftsaufnahmen verbindet, zu einem ruhigen, aber nicht unbedingt entspannten Erzählrhythmus. Jane und Cory suchen nach Spuren im Schnee, sprechen mit den still verzweifelten Eltern der ­Toten. Die Tätersuche hält die Geschichte in Gang, doch sie ist nicht wirklich deren Kern. Denn das zentrale Thema von „Wind River“ ist die Würde. Jene Würde, die den US-Ureinwohnern bis heute verwehrt wird. Doch „Wind River“ verdeutlicht mit der Archaik eines Westerns, dass es in dieser Gegend auch ein moralisches Gesetz gibt. 

USA 2017, 107 Min., R: Taylor Sheridan, D: Jeremy Renner, Elizabeth Olsen, Gil ­Birmingham

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