Berlin

Winterbeschäftigungen: Die Familie unterwegs

In der Nacht zum zweiten Januar hat es in Berlin zwar die ersten Schneeflocken gegeben, aber ein Schneemann lässt sich damit wohl kaum bauen. Gut, dass es für Kids und Eltern in der Hauptstadt viele andere Möglichkeiten gibt, sich die Zeit bis zum Frühjahr mit Spielen und kreativen Ausflugszielen zu vertreiben und sich dabei warm zu halten.

Aktiv und verspielt: Wichtige Verhaltensweisen der Kindheit

Das Spiel ist wichtig für die kindliche Entwicklung. Egal ob es nun aus dem Bauen mit Klötzchen oder dem Verkleiden besteht. Foto:: © milosz_g – Fotolia.com (#130580915)

Das Spiel ist wichtig für die kindliche Entwicklung. Egal ob es nun aus dem Bauen mit Klötzchen oder dem Verkleiden besteht.
Foto:: © milosz_g – Fotolia.com (#130580915)

„Komm lass und spielen!“ Dies sagen nicht nur Kinder allzu gerne, sondern Eltern animieren die Kleinsten auch ab und an zum gemeinsamen Klötzchenstapeln oder einer Partie „Mensch ärger Dich nicht“. Oft braucht es für das Spiel – je nach Alter – noch nicht einmal viele Utensilien. Oft reichen schon ein Stock oder aber eine Puppe, mit der das Kind durch Schlüpfen in die Mutterrolle, ganz schnell sein ganz eigenes Spiel schafft. Im Spiel erlernt das Kind Dinge wie soziale Kompetenz und fördert zudem seine Kreativität. Durch die sozusagen naturgegebene Kreativität braucht das Kind dann oft auch keine Unmengen an Spielsachen für eine gesunde Entwicklung. Wenn Spielsachen angeschafft werden, sollten die Beschäftigungsmöglichkeiten zum jeweiligen Entwicklungsstand passen. Denn nicht die Menge, sondern vielmehr die Qualität der Spielsachen ist von Entscheidung.

Klar, dass sich die Familie vor allem zur kälteren Jahreszeit oft drinnen aufhält, vor allem, wenn draußen vielleicht der Schneesturm tobt. Doch dennoch sollte dem Kind immer wieder Abwechslung fernab der Spielmöglichkeiten im Kinderzimmer geboten werden und ein Ausflug geplant werden. Im Frühjahr geht es dann meist in einen der Lieblingsparks in der Umgebung, auf einen der Abenteuerspielplätze oder es wird einer anderen Outdoor-Aktivität nachgegangen. Das macht nicht nur den Kindern, sondern der ganzen Familie Freude und stärkt bekanntermaßen außerdem den Zusammenhalt. Doch wo lässt es sich rund um Berlin im Winter mit der ganzen Familie fernab der Kälte toben oder kreativ sein?

Im Winter lieber Indoor hüpfen und wuseln

In Berlin gibt es in vielen Stadtteilen Indoor-Spielplätze zum Herumtoben.Foto: © scaliger – Fotolia.com (#63256061

In Berlin gibt es in vielen Stadtteilen Indoor-Spielplätze zum Herumtoben.
Foto: © scaliger – Fotolia.com (#63256061)

Wenn es stürmt und der kalte Wind nur so um die Nase weht, dann macht das Spielen mit der ganzen Familie im Indoorbereich meist mehr Spaß. Gut, dass es in Berlin viele verschiedene Indoor-Spielplätze gibt, die sich auf die einzelnen Stadtteile verteilen und so für jede Familie schnell erreichbar sind – und sie bieten ausreichend Platz zum Spielen.

Allein das Kinderspielland Bim & Boom in Marzahn (Beilsteiner Straße 109) hat sein Spielangebot auf einer Fläche von über 3.300 Quadratmetern verteilt. Dort können sich Kinder zusammen mit ihren Eltern austoben. Es gibt einen Multifunktions- und Soccerspielplatz, eine Trampolinanlage sowie eine Riesenrutsche und einen Hindernisparcours. Außerdem gibt es ein Labyrinth aus dem gemeinsam mit der ganzen Familie auf die Suche nach dem Ausgang gegangen werden kann. Verirrt oder besser eingesunken werden kann zudem zwischen den bunten Kugeln im Bällebad.

Während sich die älteren Geschwister auf Hüpfburg und Co. vergnügen, gibt es für die ganz Kleinen eine Klein- und Krabbelkind Spielanlage. Das Bim & Boom Erlebnisspieleland hat montags geschlossen und von Dienstag bis Freitag von 14 bis 19 Uhr sowie an den Wochenenden, feiertags und in den Ferien von zehn bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Kinder unter der Woche acht und an den Wochenenden zehn Euro. Erwachsenen zahlen wochentags vier und am Wochenende fünf Euro.

Ein Indoor-Spielplatz der etwas anderen Art oder besser gesagt der märchenhaften Art, ist in Neukölln zu finden (Buckower Damm 191). Das Ritterland bietet Spielmöglichkeiten, die ganz im Stile der einstigen Lebenswelt von Rittern und Prinzessinnen aufgemacht sind. So gibt es für die kleinen Ritter Klettertürme mit Ballschussanlage sowie eine Freeclimbing-Wand. Zudem kann sich die Familie auf der Hindernisbahn und der Hüpfburg vergnügen oder aber die Seilbahn hinuntersausen sowie durch das Erlebnislabyrinth wuseln. Montags und dienstags hat das Ritterland geschlossen und an den restlichen Tagen der Woche von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Eltern zahlen einen Pauschalpreis von 1,50 Euro und für Kinder ist ab zwei Stunden und 20 Minuten eine Tagespauschale von sieben Euro zu zahlen. Sonst wird pro Kind und pro Minute 0,05 Cent berechnet.

 

Technik, Puppen und Seifenherstellung: Mitmachen, anfassen und lernen

Soll es mal etwas weniger actionreich sein, aber dennoch natürlich nicht langweilig, lohnt ein Besuch in einem Museum, das manchmal sogar Mitmachaktionen für Jung und Alt im Angebot hat.

 

Museen für Technikbegeisterte

Für Familien, die technikinteressiert sind, bietet sich ein Besuch im Deutschen Technikmuseum (Trebbiner Straße 9) an. Geöffnet hat das Museum wochentags außer montags immer von neun bis 17.30 Uhr und an den Wochenenden von zehn bis 18 Uhr. Es kann entweder alleine auf Entdeckungstour gegangen oder an einer Führung teilgenommen werden. Besonders gut geeignet für gemeinsame Entdeckungen sind die Ausstellungen zur Papiertechnik und der Schifffahrt sowie der Lokschuppen oder der Museumspark mit den Windmühlen. An den Wochenenden werden vom Museum oft kostenlose Familienführungen angeboten. Außerdem gibt es spezielle Audioführungen für Kinder ab acht Jahren, die etwa eine Stunde dauern. In der Familienwerkstatt können die Kleinen und die Großen experimentieren. Am 31. Januar findet von zehn bis 13 Uhr ein Sonderworkshop „Autos konstruieren“ statt. Dabei können gemeinsam Recyclingautos gefertigt und Elektroautos zusammengeschraubt werden. Zum Basteln gibt es Metallbausätze, die mit einem echten Elektroantrieb ausgestattet werden können. Generell haben Kinder bis 18 Jahre haben ab 15 Uhr freien Eintritt und sonst kostet der Eintritt für jeden acht und ermäßigt vier Euro.

 

Im Computerspielemuseum (Karl-Marx-Allee 93A) kann dagegen auf die Suche nach neuen und alten Spielen für den Computer gegangen werden. Zu den circa 300 verschiedenen Ausstellungsstücken, die das Museum beherbergt, gehört unter anderem das allererste Computerspiel. Außerdem kann die Entwicklung der technischen Hilfsmittel anhand verschiedener Joysticks nachvollzogen und begutachtet werden. Aber es kann nicht nur geguckt, sondern zudem können einige aktuelle 3-D-Spiele genauso wie verschiedene Tanz-und Bewegungsspiele vor Ort täglich während der Öffnungszeiten von zehn bis 20 ausprobiert werden.

 

Museen zum Mitmachen und interaktiven Vorstellungen

Im Puppentheatermuseum können Kinder auch mal an den Fäden ziehen. © photocrew – Fotolia.com (#24797203)

Im Puppentheatermuseum können Kinder auch mal an den Fäden ziehen.
© photocrew – Fotolia.com (#24797203)

Weitere Museen zum Mitmachen sind unter anderem das MACHmit! Museum (Senefelderstraße 5/6) sowie das Puppentheatermuseum. In dem Museum, in dem Mitmachen nicht nur wegen des Namens erlaubt und gewollt ist, gibt es unter anderem ein Spiegelkabinett, eine Druckerei sowie einen Seifenladen. In der Druckerei kann sich am Zeitungsdruck ausprobiert und im Seifenladen kann nicht nur vieles über die Seifenherstellung erfahren werden, sondern zudem, wie es die alten Kaufleute getan haben, seine Seife selbst abgewogen und so der Preis bestimmt werden.

Aber das Museum bietet in der Ausstellung „frech, wild & wunderbar“ auch die Möglichkeit, Szenen aus schwedischen Kinderbüchern, die die Sicht auf Kinder wie in den bekannten Pippi Langstrumpf Büchern vermitteln, nachzuempfinden. Sie läuft noch bis zum 19. Februar. Das Museum ist montags geschlossen und an den anderen Tagen immer von zehn bis 18 Uhr geöffnet. Personen ab drei Jahren zahlen 5,50 Euro Eintritt.

Im Puppentheatermuseum (Karl-Marx-Straße 135) dreht es sich dann um die Handpuppe. Das Museum bietet verschiedene Ausstellungsstücke an Handfiguren, Marionetten und Puppen aus vier Jahrhunderten. Diese interessieren wohl nicht nur die Kleinsten, sondern wecken wohl auch bei den Eltern Kindheitserinnerungen. Bei den Kindernachmittagen, die interaktiv gestaltet sind, kann dann sogar selbst einmal mit der einen oder anderen Puppe gespielt beziehungsweise deren Fäden bewegt werden. Zudem finden immer wieder monatlich interaktive Veranstaltungen statt, bei denen die Kinder von Puppenspieler oder Puppe mit eingebunden werden. Das Museum hat montags bis freitags immer von neun bis 15 Uhr und sonntags von elf bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Kinder drei und für Erwachsene vier Euro.

 

Bühnenshows für Kind und Kegel

Im Atze-Musiktheater (Luxemburger Straße 20), dem größten Musiktheater für Kinder, kann sich die ganze Familie ab dem 8. Januar und bis zum 18. Juli 2017 „Emil und die Detektive“ aufgemacht als musikalisches Stück an diversen Terminen ansehen. In dem Klassiker von Erich Kästner erlebt der 12-jährige Emil Tischbein auf seiner Reise zu Verwandten nach Berlin so manch ein spannendes Abenteuer. Im Laufe der Geschichte wird er zum kleinen Kriminologen und geht auf die Jagd nach den 140 Mark, die ihm im Zug gestohlen werden. Die Geschichte rund um Emil und seine Detektivfreunde, die ihm zu Hilfe kommen, wird für Kinder ab sechs Jahren mit szenischen Liedern und Live-Musik inszeniert.

Eine weitere Show, die von Kindern für die ganze Familie konzipiert ist, ist die Kindershow „Verrückte Sonne“, die noch bis zum 27. Januar im Friedrichstadtpalast läuft. Die Geschichte dreht sich um die Brüder Emil und Ferdinand, die den Ferienbeginn zusammen mit ihren Freunden feiern. Jedoch bringt Hans-Heinrich Hitzheiß das Klima so durcheinander, dass sich die Sonne verschiebt und die Freude zunächst von Kälte und Dunkelheit überschattet wird. Und wer Sonne möchte, soll dafür zahlen. 100 Kinder stellen die actionreiche Story auf der Bühne dar – sogar mit dem Lerneffekt, dass menschliche Eingriffe in die Natur große Auswirkungen auf Menschen und Planeten haben können. Das Stück eignet sich für Kinder ab fünf Jahren und dauert etwa zwei Stunden und 20 Minuten.

Für Sternenforscher

Einen Winterausflug wert ist auch das modernste Wissenschaftstheater Europas, das Zeiss Großplanetarium (Prenzlauer Allee 80). Dieses wurde nach umfassenden Sanierungsarbeiten im August 2016 wieder eröffnet. Besucher können in dem Planetarium unter anderem viele Dinge über den Sternenhimmel erfahren und diesen sogar selbst in 3D erleben. Es werden zudem verschiedene Wissenschafts-, Kinder- und Unterhaltungsprogramme für viele Altersklassen geboten und im Foyer gibt es oft wechselnde Sondervorstellungen. Bei den Attraktionen spielen die Themen Biologie, Chemie und Medizin eine Rolle. Der Eintritt kostet für Erwachsene sechs und für Kinder vier Euro. Das Planetarium hat immer ab 9.30 Uhr und dienstags bis 18 Uhr, mittwochs und donnerstags bis 21 Uhr sowie Freitag und Samstag bis 22.30 Uhr geöffnet.

 

Für Tierliebhaber

Bei schlechtem Wetter eignet sich auch ein Besuch im Berliner Aquarium (Hardenbergplatz 8). Dieses bietet eine Vielzahl an Tieren. Die Kinderführungen in dem Aquarium des Zoologischen Gartens richten sich thematisch an verschiedene Altersgruppen.

Die Tiere können aber nicht nur bestaunt, sondern zudem angefasst werden, dies ermöglicht unter anderem das Streichelbecken mit den japanischen Koi-Karpfen. Außerdem kann den Piranhas und den Haien bei der Fütterung sowie anderen Meerestieren und Reptilien zugesehen werden.

Kommentiere diesen beitrag