Familienkomödie

Wohne lieber ­ungewöhnlich

Auch bei der dritten Ehe seiner Mutter macht sich Bastien keine Hoffnungen – der 13-Jährige weiß, dass statistisch gesehen jede Ehe in Frankreich nach fünf Jahren geschieden wird, und dass er, ebenso wie seine vielen Halbgeschwister, Cou­sins und Cousinen, immer wieder umziehen muss. Wenn aber die diversen Eltern nichts mehr auf die Reihe kriegen, so Bastien, wohnen eben die Kinder zusammen. Eine geniale Idee. Also bilden ab sofort Bastien, Oscar, Juliette und die anderen eine Kinder-WG, in die die Erwachsenen per Dienstplan zugeteilt werden.

Wohne Lieber ungewöhnlich (als so)
Foto: NeueVisionen JEAN CLAUDE LOTHEr

Gut gelaunt, fröhlich und ein wenig überdreht kommt Gabriel Julien-­Laferrières filmischer Kommentar zum Thema Patchwork-Familie daher, versprüht französischen Komödiencharme und nimmt endlich mal die Perspektive der Kinder ein. Bei der Vielzahl der Personen bleiben die einzelnen Charaktere notgedrungen etwas flach.

„Beziehungen funktionieren nur im Film“, kommentiert Bastien aus dem Off, und auch dem neuen Mädchen in der Klasse nähert er sich desillusioniert: „Wir werden uns nach einer kurzen Phase des Glücks schon bald nichts mehr zu sagen haben.“ Harter Tobak. Andererseits kann der Genpool das nicht minder chaotische Elternkollektiv alsbald vom neuen Wohnkonzept überzeugen. Ein leichter, aber nicht seichter Familienfilm.

„C’est quoi cette famille?!“ F 2017, 99 Min., R: Gabriel Julien-Laferrière, D: Julie Gayet, Thierry Neuvic, Julie Depardieu

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