Kino

Womit haben wir das verdient?

Eigentlich läuft es für Wanda optimal. Die erfolgreiche Ärztin hat ihre Patchworkfamilie mit Freund, Ex-Mann, ehemaligen WG-Genossen und allerlei leiblichen, Adoptiv- oder Zieh-Kindern um sich versammelt. Man ist weltoffen, liberal, feministisch und weitgehend religionsfern.

Doch dann erfährt Wanda, dass ihre pubertierende Tochter Nina zum Islam konvertiert ist. Mit rituellen Waschungen, Beten, Halal-Essen, Ramadan und vor allem: Kopftuch! Was vom Rest der Familie für einen Scherz gehalten wird, ist für die Tochter Nina, die sich nun Fatima nennt, bitterer und strenggläubiger Ernst. Um die Tochter nicht vollends zu verlieren, liest Wanda sich im Internet ein, geht mit der liberalen Muslima Hanife in die Moschee, kauft für die Tochter sogar einen Burkini fürs Schwimmen. Schlimmer kann es doch nicht kommen – bis Wanda erfährt, dass Nina einen Moslem heiraten will …

Foto: Neue Visionen Filmverleih GmbH

In ihrem Regiedebüt erzählt Eva Spreitzhofer auf erfrischend direkte Weise und mit einer Portion „Wiener Schmäh“ vom Aufeinanderprallen diverser Vorurteile, die sich sowohl als dumme Klischees wie auch als bittere Wahrheit entpuppen. Pointierte Dialoge, hübsche Situationskomik und eine gut aufgelegte Caroline Peters als Wanda lassen darüber hinwegsehen, dass die Story mitunter auf der Stelle tritt. Bissig, aber nicht böse – und sehr unterhaltsam.

A 2018, 92 Min., R: Eva Spreitzhofer, D: Caroline Peters, Simon Schwarz, Chantal Zitzenbacher, Start: 24.1.

Womit haben wir das verdient?