Pathetisches Drama

Worlds Apart

Ein gut gemeinter,aber viel zu ­pathetischer Film über die Griechenlandkrise

ZITTY-Bewertung: 0/6

Die Krise in Griechenland ist zugleich eine Krise der globalisierten Ökonomie: Mit diesem Grundgedanken hat der Filmemacher Christoforos Papakaliatis zweifellos recht. Allerdings ist die Art und Weise, wie er aus seiner Analyse einen Erzählfilm macht, dann doch ein wenig holprig – und vor allem trägt er von Beginn an viel zu dick auf.

Der griechische Gott Eros wäre demnach die Lösung, wenn nur alle sich ihm -anvertrauen würden. Papakaliatis verknüpft drei solche Geschichten, und über jeder stehen in dicken Lettern die Chiffren Krise und Liebe. Eine Studentin trifft einen syrischen Flüchtling, schon hier kippt die Romanze heftig in den Kitsch. Ein mittlerer Manager trifft eine schwedische Frau aus dem höheren Management, die Konflikte kann man sich ausmalen. Dann wird es so richtig schwülstig: Ein Deutscher (gespielt von J. K. Simmons aus „Juno“ oder „Whiplash“) trifft in einem Supermarkt eine Frau, zu der er sich erotisch hingezogen fühlt.

Worlds Apart
kairos Filmverleih

Eros bedeutet bei Papakaliatis aber vor -allem eine Art universelle Verbundenheit, aus der wir dann brutal gerissen werden, wenn die Neofaschisten in Griechenland ihre Waffen entsichern. „Worlds Apart“ ist ein gut gemeinter, aber bizarrer Film, der soziale Verhältnisse mit so viel Pathos auflädt, bis man keine der Figuren mehr ernstnehmen kann, weil sie alle wie wandelnde Thesen wirken.  

GR 2015, 103 Min., R: Christoforos Papakalia-tis, D: J.K. Simmons, Christoforos Papakaliatis, Andrea Osvárt

Worlds Apart (2017)

Kommentiere diesen beitrag