Berliner Sammlungen

Arthur Jafa

Schwarze Flagge: Der afroamerikanische Videokünstler Arthur Jafa macht Ernst – in einer Ausstellung bei der Sammlerin Julia Stoschek, mit Ming Smith, Frida Orupabo and Missylanyus, kuratiert von Hans-Ulrich Obrist und Amira Gad

Eine kulturelle und politische Auseinandersetzung mit ihrer afro-amerikanischen Identität haben viele Fans des Popstars Beyoncé in ihren Videos nicht erwartet. Im künstlerischen Werk von Arthur Jafa, das nach einer Schau in der Londoner Serpentine Gallery nun in der Berliner Ausstellungshalle der Düsseldorfer Sammlerin Julia Stoschek zu sehen ist, arbeitet er allerdings viel direkter als in seinen kommerziellen Musikvideos. So erinnert Jafas Fotografie der Marumbi-Gedenkstätte mit aufgehängten, zerfetzten Kleidungsstücken an den Völkermord vor 24 Jahren in Ruanda.

Courtesy of the artist and Gavin Brown´s Enterprise, New York City, Rome
Arthur Jafa: Videostill aus „Apex“, 2013 Video, 8’12’’, Farbe, Ton . Courtesy of the artist and Gavin Brown´s Enterprise, New York City, Rome

Hämmernde Beats

Zwei handgenähte „Black Flags“ in unmittelbarer Nähe dieser Fotografie thematisieren die Sklaverei in den USA. Die große schwarze Flagge mit einem aufgenähtem „X“ der Konföderierten hat er im Vordergrund platziert. Blickt man hinter das Symbol der Rassenspaltung, entdeckt man eine kleinere, schwarz eingefärbte Flagge der Vereinigten Staaten. Neben diesen Beiträgen sticht besonders das Video „APEX“ heraus. In schnellen Schnitten zeigt der Künstler hier Bilder der afroamerikanischen Kulturszene und baut immer wieder verstörende, brutale Abbildungen in die Flut ein. Die hämmernden Beats der Techno-Untermalung tragen dazu bei, dass die Arbeit nicht nur in den Gedanken bleibt, sondern Besucher auch physisch mitnimmt. 

Bis 25.11.: Julia Stoschek Collection Berlin, Leipziger Str. 60, Mitte, Sa/So 12-18 Uhr, Eintritt 5 €, bis 18 J. frei