Berliner Kunsthäuser

Rechts

Die politische Dimension von Kunst steht im Mittelpunkt der neuen Studioschau “ Rechts “ im Haus am Lützowplatz

Die politische Dimension von Kunst steht im Mittelpunkt der Studioschau im Haus am LützowplatzDen Ausgangspunkt der Ausstellung „Rechts“ setzt das Berliner Künstlerpaar Dellbrügge & De Moll. Sie rahmten ein ­Zitat von Goebbels ein – seine Begründung dafür, Kunst als „entartet“ klassifizieren zu können: Künstler seien politisch. Die Arbeit befindet sich im ersten Raum der Schau, ausgerichtet von Raimar Stange, Kurator und Kritiker (etwa für „Kunstforum“ und ZITTY). Heute ist die Autonomie der Kunst in Deutschland geschützt. Kunst gilt als frei, kann politisch sein.

Foto: Anna Meyer
„Rechts“ im Haus am Lützowplatz, kuratiert von Raimar Stange, Installationsansicht mit Werken von Daniel Knorr und Manfred Pernice, Foto: Anna Meyer

Die Beiträge der zehn Künstler und Künstlergruppen behaupten politische Haltung nicht immer laut, dafür umso intensiver. So hat ­Silke Wagner vor einer Wand farbige Leuchtbuchstaben angebracht: „DIE DEUTSCHE BEVÖLKERUNG“. Jeder fünfte Buchstabe ist blau. Die Bedeutung erschließt sich erst beim Lesen der Handzettel: Jeder fünfte Deutsche sei ausländerfeindlich eingestellt, heißt es da.
Viele Arbeiten entstanden im Wahljahr 2017. Peter Friedls Fotoreihe jedoch stammt von 1993: „Hinaus mit uns / I survived the German Pavilion“, heißt sie. Die Schwarzweißfotos zeigen Fußgänger, die Plakate mit dieser Aussage passieren. Über Asylrecht und Integration wurde bereits damals gestritten. Angesichts des heutigen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus warnt die Ausstellung eindringlich vor der Gefahr, die gegenwärtigen Tendenzen zu unterschätzen.

Bis 4.3.: Haus am Lützowplatz, Studiogalerie, Lützowplatz 9, Tiergarten, Di–So 11–18 Uhr

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