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Yoga – Die Kraft des Lebens

Ein Leben in Schmerzen steht ­Stéphane Haskell bevor, als er eines Tages kaum mehr gehen kann. Der Franzose, damals gerade mal 40 ­Jahre alt, fühlt sich von der Schulmedizin im Stich gelassen. Gegen den physischen Schmerz werden Morphine gereicht, gegen den psychischen Antidepressiva. Haskell ist verzweifelt. Da entdeckt er Yoga. Und den indischen Yogi B.K.S. Iyengar sowie dessen Buch „The Tree of Yoga“, das den Menschen mit einem Baum vergleicht, der Wurzeln, Stamm und Blätter besitzt. Für Haskell beginnt eine Reise, die er filmisch dokumentiert hat. Vor allem dieser Entschluss, sagt er, habe ihn ermächtigt, sich dem Leben wieder zuzuwenden.

Sogar in San Quentin: Yoga
Foto: Arsenal Film

Haskells Weg führt nicht in die duftenden Yogastudios westlicher Metropolen, sondern in Gefängnisse in Los Angeles und Kenia, nach Sri Lanka, in französische Schulen, zu Menschen mit ­Multiple ­Sklerose und Aids – und auch zu Iyengar selbst. Hier ist es niemanden daran gelegen, einen Lebensstil zu veredeln. Lehrer und Schüler sprechen von Yoga als Psycho-, Physio- und Traumatherapie, die hilft, Körper, die sich – aus welchen Gründen auch immer – verschlossen haben, wieder zu öffnen. Der Film positioniert sich klar für Yoga und seinen Nutzwert. So klar, dass man sich gegen Ende fragt, warum nicht noch mehr Menschen ihre Arme für den „Krieger“ in die Luft reißen. Eine Botschaft, die einigen zu affirmativ dargeboten sein wird – kraftvoll ist sie allemal.

F 18, 85 Min., R: Stéphane Haskell, Start: 13.6.

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