Kino

Zama

Die Geschichte des Romans „Zama“ (1956) führt zurück in eine Zeit, in der das heutige Paraguay noch spanische ­Kolonie war. Don Diego de Zama ist hier der Vertreter der europäischen Macht. Seine ­inneren und äußeren Konflikte sind nicht zuletzt die der komplizierten Ordnung, in der er sich zurechtzufinden sucht: eine Welt der Vermischung zwischen Klassen und Rassen, eine Welt zwischen Natur und Religion, zwischen ­sexueller Freizügigkeit und extremer Scheu vor dem Anderen.

Wenn es für eine Literaturverfilmung so etwas wie „Bestimmung“ gibt, dann definitiv in diesem Fall. Lucrecia Martel wurde 2011 mit „La ciénaga“ berühmt, in dem schon viel von der Morbidität und von der Melancholie zu spüren war, die nun auch ihren ungewöhnlichen Historienfilm „Zama“ prägen.

Foto: Grandfilm

Die Figur des introvertierten Diplomaten wird für Martel zu einem höchst empfänglichen Medium für die vielen Facetten der Macht und der Lust in einem Land, in dem die Kultur ständig wieder an die Natur verloren zu gehen droht. Eine ­Erzählung im klassischen Sinn gibt es nur in Ansätzen, dafür aber gibt es vielschichtige Bildkompositionen und eine fast intuitive Kamera – und unvergessliche Momente. Ein Meisterwerk des Weltkinos. 

ARG/BRA/E/F/NL/MEX/POR/USA 2017, 115 Min., R: Lucrecia Martel, D: Daniel Giménez Cacho, Lola Duenas, Matheus Nachtergaele, Start: 12.7.; bis 12.7. läuft noch eine Werkschau über Lucrecia Martel im Arsenal

Termine und Infos:

Zama (2018)

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