Dokumentarfilm

Zen for Nothing

Die Schauspielerin Sabine Timoteo ­versucht sich in einem buddhistischen Kloster

ZITTY-Bewertung: 5/6
ZITTY-Bewertung: 5/6

Was macht die Schweizer Actrice Sabine Timoteo („Gespenster“) im japanischen Zen-Kloster? Sie meditiert dort im Lotossitz, sie weint mal und lacht, sie kocht und hilft mit beim Holzfällen, sie raucht, ­rasiert einer Frau den Kopf und ist anfänglich vom Essens-Ritual überfordert.

Für seinen Dokumentarfilm hat Regisseur Werner Penzel seine Protagonistin Timoteo bei ihrem mehrmonatigen Aufenthalt als Zen-Novizin im kleinen, an der Westküste Japans gelegenen Antaiji-Kloster begleitet. Penzel arbeitet mit ruhiger Kamera und ohne erklärenden Off-Kommentar. Die Bilder von den nicht immer ganz einfachen Ritualen im Kloster, die hier vorherrschende, sich recht schnell auf den Kinozuschauer übertragende Ruhe, die wunderbaren Klänge der den Tempel umgebenen Natur, die mal glücklichen, mal angestrengten Gesichter der Zen-Jünger: All das spricht für sich. Zwar sorgt der Brite Fred Frith für eine ­musikalische Flankierung; auch die aber ist subtil und bisweilen kaum wahrnehmbar.

Zen for Nothing
Zen for Nothing

In einer kathartisch zu nennenden ­Szene erzählt Timoteo davon, wie das Leben im Kloster auf sie wirkt und was es mit ihr macht. Ein bei aller ritualisierten Strenge erstaunlich buntes Leben, zu dem Laptops und E-Gitarren genauso gehören wie die zwei, drei Schläge mit dem Keisaku-Stock auf die Schultern des Zen-Übenden.

D/CH 2015, 100 Min., R: Werner Penzel