Kino

Zum Verwechseln ähnlich

Rassismus andersherum

ZITTY-Bewertung: 3/6

Salimata und Paul sind wahre Vorzeigefranzosen: gebildet, gesellschaftliche Aufsteiger, der Blumenladen floriert, hübsches kleines Haus in der Vorstadt. Dem ganz großen Glück fehlt nur noch der Kindersegen, weshalb sich die beiden umso mehr freuen, als es mit der Adoption endlich klappt. Doch der kleine Benjamin ist – weiß!

Das schwarze Paar scheint mit diesem Umstand jedoch besser klarzukommen als die Adoptionsbehörde. Auch Salimatas Familie ist todunglücklich über das weiße Enkelkind, da wäre ihnen „sogar ein Kongolese lieber gewesen“.

Zum Verwechseln ähnlich
Zum Verwechseln ähnlich
Foto: Neue Visionen

Ja, Rassismus funktioniert auch umgekehrt. Regisseur Lucien Jean-Baptiste, der mit „Triff die Elisabeths!“ schon 2009 eine schwarze Familie zum Skifahren in die französischen Alpen geschickt hat, spielt mit „Zum Verwechseln ähnlich“ die gesellschaftlichen Vorurteile und alltäglichen Schwierigkeiten durch, die ­einem so begegnen können, wenn das Kind eine andere Hauptfarbe als die Eltern hat. ­

Leider sorgt das teilweise allzu überdreht chargierende Figurenarsenal alsbald ­dafür, dass sämtliche ernstere Anliegen, die sich auch in eine Komödie verpacken lassen, in Klamauk und wüstem Grimassieren untergehen. So bleibt dieses Plädoyer für Toleranz, Integration und entspanntes Miteinander in erster Linie: gut gemeint. 

„Il a déjà tes yeux“, F 2016, 95 Min.,  R: Lucien Jean-Baptiste, D: Aïssa Maïga, ­Lucien Jean-Baptiste, Zabou Breitman

Zum Verwechseln ähnlich

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