Kino

Zwei im falschen Film

Hans und Heinz, die eigentlich Laura heißt, kennen sich schon sehr lange. Sie sind eine geradezu ideale Paarung ­zweier einander zugeneigter, selbstständig gebliebener Menschen. Und sie könnten glücklich gemeinsam leben bis an ihr Ende, gäbe es da nicht diese medial verbreiteten Hirngespinste von der romantischen Liebe inklusive Kinderwunsch. ­Anders gesagt: Heinz hört ihre biologische Uhr ticken und stellt die Sinnfrage; Hans weiß nicht, wie ihm geschieht.

Da aber Hans Heinz liebt, versucht er, ihre Sehnsüchte auf die eine oder andere ­Weise zu erfüllen – was in Missverständnissen resultiert, zum Streit führt und die Beziehung beinahe scheitern lässt.

Zwei im falschen Film
Foto: ©-Friede-Clausz_Studio.TV.Film-GmbH

Es ist eine kluge Idee, eine reale, ­wahre ­Liebe mit deren propagandistischem Zerrbild kollidieren zu lassen, um heraus­zufinden, welches Konzept sich wohl als stärker erweisen wird; eine Idee voll tragi­komischen Potenzials ebenso wie der Möglichkeit profunden Erkenntnisgewinns über das Wesen von Nähe.

Nur ­leider vertraut Laura Lackmann ihrer Idee nicht genug, um sie nicht an landestypische Komödien­klischees und zwangsoriginelle Wendungen zu verraten. Das ist umso ­bedauerlicher, als mit Laura Tonke und Marc Hosemann zwei hochkarätige Mimen am Werke sind, die weder aufgelegte Scherze noch alberne Witze brauchen, um die Hochkomik im ganz normalen Wahnsinn eines (Beziehungs-)Alltags sichtbar zu machen. 

D 2017, 107 Min., R: Laura Lackmann, D: Laura Tonke, Marc Hosemann, Christine Schorn, Rolf Becker

Zwei im falschen Film