Berliner Kunsthäuser

Im Fang der Tiger

Mit „2 oder 3 Tiger“ thematisiert das HKW  ­Folgen der Nachkriegs-Geopolitik im Pazifik

Beatzung und Verschleppung

Der Vietnam- und der Korea-Krieg sind im Gedächtnis Europas ­verankert, doch andere Konflikte vor den Ostküsten ­Asiens nach 1945 sind kaum bekannt. So fordert das Haus der Kulturen der Welt mit „2 oder 3 Tiger“ Besucher ohne Vorkenntnisse extrem heraus: mit Arbeiten von zehn Künstlern zu verdrängten Folgen der Nachkriegs-Geopolitik im Pazifik.

Foto: Laura Fiorio, HKW
Minouk Lim: „SOS Adoptive Dissensus“, 2009 im HKW. Foto: Laura Fiorio

 

Als Leitmotiv dient die Figur des nahezu ausgerotteten Tigers, dessen Mythos in Ritualen und politischer Symbolik überlebt, auch in verwestlichten Metropolen wie Seoul, wie Minouk Lims Installation mit Szenen einer nächtlichen Perfor­mance-Schifffahrt durch Seoul verdeutlicht – und Ho Tzu Nyens autoritär-überwältigend inszenierter Animationsfilm, der die Geister der britischen Kolonialherrschaft beschwört.

Subtilere Arbeiten wurden leider versteckt platziert, etwa der Videoessay Jane Jin Kaisens und Guston Sondin-Kungs, obwohl es solche Beiträge sind, die ­hier einen Einstieg in die jüngere Geschichte Asiens ermöglichen.

Bis 3.7.: HKW, John-Foster-Dulles-Allee 10, Tiergarten, Mi–Mo 11–19 Uhr, 7/5 €