Berlin Art Week

Zweimal Kunst im Kühlhaus

Am Gleisdreieck stehen zur Art Week 4.000 Quadrat­meter ganz im Zeichen zeitgenössischer Kunst

Ein wundersames Wesen, halb Affe halb Mensch, tigert im Berliner Dom auf und ab. Mit ihrer Analogkamera fing Valentina Murabito die Bewegungen eines Mannes im Stile des britischen Fotopioniers Eadweard Muybridge ein und bannte sie auf ein Rundbild. Ihr Geheimnis bleibt, wie sie aus dem Abbild mittels chemischer Experimente im Labor ein Halbwesen geformt hat.

© Adam Bota / Selected Artists
Im Kühlhaus bei „Breaking God´s Heart“: Adam Bota: Rasterfahndung, 2014, Öl auf Leinwand, 170 x 270cm © Adam Bota / Selected Artists

Murabitos fotografisches Werk zeugt von herausragenden technischen Fähigkeiten und Bewusstsein für die Kunstgeschichte. Das eint sie mit den weiteren 28 Künstlern und Künstlerinnen, die Kurator Uwe Goldenstein in der Ausstellung „Preparing for Darkness“ präsentiert. Die massiven Mauern des Kühlhauses schotten rund 100 Arbeiten, darunter Gemälde von René Holm, Nicola Samorì und Attila Szücs, Videos von Shingo Inao und Miria­­m Vlaming, von der durchdigitalisierten Welt draußen ab.

Die Atmosphäre des ehemals größten Eisdepots in Europa lässt auch die 28 vorwiegend Berliner Künstler und Künstlerinnen nicht kalt, die sich nebenan für die Schau „Bottom Up“ zusammengetan haben. Malerinnen wie Tatjana Doll und ­Leiko Ikemura oder Bildhauer wie Axel Anklam und Karsten Konrad bieten Installationen, Performances, Musik und skulpturale Male­reien, die durch und für die weiten Hallen entstanden.

26.9.–30.9.: Kühlhaus, Luckenwalder Str. 3, Kreuzberg. Preparing for Darkness: Mo–So 13–19 Uhr,
Bottom Up: Mi–Fr 16 –24, Sa 12–24, So 12–18 Uhr, beide Eintritt frei

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