Dokumentarfilm

Zwischen den Stühlen

Stimmiges Porträt über Referendare

ZITTY-Bewertung: 5/6

Ein Lehrer, das sei eine Mischung aus ­Reinigungskraft, Löwenbändiger und ­Diskutant philosophischer Probleme, sagt in Jakob Schmidts Dokumentarfilm einer, der schon lange dabei ist im Bildungs­business öffentlicher Schulen. Ist das nun Zynismus oder eine genaue Beschreibung der Realität? Die Protagonisten des Films werden es für sich erst noch herausfinden müssen. Der Film folgt zwei Referendarinnen und einem Referendar in den praktischen Teil ihrer Ausbildung und damit in eine seltsame Situation: Während sie wie jede Lehrkraft den Unterricht vorbereiten und sich ihrer jeweiligen ­Schulklasse stellen müssen, werden sie ihrerseits in Auftreten, Pädagogik und Fachkompetenz von erfahrenen Lehrern beurteilt.

Zwischen den Stühlen Foto: Weltkino

Ein permanenter Stress, mit dem die drei Protagonisten sehr unterschiedlich umgehen. Denn sie sind in ihrer charakter­lichen Veranlagung sehr unterschiedlich: Ralf stellt sich und das System kaum ­infrage, zudem besitzt er eine natürliche Autorität, die ihm im Umgang mit den Schülern hilft. Anna ist das genaue Gegenteil, ein unsicheres Nervenbündel. Katja geht ihre Aufgabe entschlossener an, ist aber von der Praxis bald desillusioniert.

Man orientiere sich am Mittelmaß, sagt hier einmal jemand über das Schulsystem. Der Film zeigt es mit Realismus, (Galgen-)Humor und einem genauen Blick auf drei sympathische Menschen.

D 2016, 102 Min., R: Jakob Schmidt

Zwischen den Stühlen

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