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School of Disobedience: Artificial Intelligence for the Common Good #2

School of Disobedience: Artificial Intelligence for the Common Good #2
2017 Volksbühne Berlin | general_use

Algorithmen sind die kleinste Einheit von dem, was wir „Künstliche Intelligenz“ (KI) nennen. Sie stehen im Mittelpunkt der aktuellen Debatte über die ethischen und sozialen Auswirkungen von KI. Die kommerzielle Nutzung von KI-basierten Diensten und Produkten wie Smartphones, Versicherungsdienstleistungen, Suchmaschinen, Online-Shopping und Social Media zieht Bedenken und Unsicherheiten nach sich über die Folgen für den Menschen. Die Manifestation der Technologie in Dienstleistungen und Produkten führt zu einer Überprüfung und Bewertung aus einer sehr individuellen Menschenrechts- und Verbraucherrechtsperspektive. Die aus der KI abgeleiteten Produkte und Dienstleistungen entsprechen jedoch nicht der Natur der KI – Künstliche Intelligenz und algorithmische Systeme verstehen Individuen nicht. Sie sind ein technologisch standardisierender und automatisierender Prozess, bei dem Menschen in feinkörnige Kollektive eingeteilt werden. Es ist die technische Herstellung einer immateriellen Infrastruktur durch Software in Bereichen, in denen diese infrastrukturelle Dimension bisher undenkbar war. Infrastruktur ist der architektonische Ausdruck der Politik einer Gesellschaft. Sie erleichtert und verteilt Macht, schafft die Voraussetzungen für gesellschaftliche Ein- und Ausgrenzung und gestaltet den gemeinsamen öffentlichen Raum. KI ist eine Technologie, die sich architektonisch und damit kollektiv auf Gesellschaften auswirkt. Das aktuelle Gespräch über Ethik und Gesetze zur Nutzung von KI konzentriert sich auf die Wahrung demokratischer Werte mit individuellen Instrumenten. Dieser reaktionäre Ansatz entspricht keiner Strategie und wird bei kollektiven Problemen nicht funktionieren. Wirklicher Widerstand impliziert Aktion statt Reaktion. Aktion bedeutet, durch die Präsentation von Alternativen zu widersprechen. Das Seminar konzentriert sich auf die Analyse technologievermittelter Machtstrukturen, um gesellschaftliche Fiktionen zu entwickeln, die sich auf das Gemeinwohl und das öffentliche Interesse unter Verwendung von KI konzentrieren. Voranmeldung erforderlich: Das dreiteilige Seminar mit Lorena Jaume-Palasí richtet sich an alle Interessierten, unabhängig von Altersgruppe, Beruf oder Studienhintergrund. Da die Kapazität leider begrenzt ist, bitten wir um ein kurzes Schreiben zu Person und Teilnahmewunsch bis einschließlich 13. Mai 2019 an schoolofdisobedience@protonmail.com. Weitere Informationen erhalten Interessierte im Anschluss direkt per Email. Lorena Jaume-Palasí ist Gründerin von The Ethical Tech Society eine gemeinnützige Organisation, die das Ziel verfolgt, Prozesse der Automatisierung und Digitalisierung zu erforschen und in Bezug auf ihre gesellschaftliche Relevanz normativ einzuordnen. Lorena forscht zur Ethik der Digitalisierung und Automatisierung. Sie befasst sich in diesem Zusammenhang auch mit rechtsphilosophischen Fragen. 2017 wurde sie von der Regierung Spaniens in dem Weisenrat zu Künstlicher Intelligenz und Datenpolitik berufen. 2018 erhielt sie für die Initiative AlgorithmWatch die Theodor Heuss Medaille „für ihren Beitrag zu einer differenzierten Betrachtung von Algorithmen und deren Wirkmechanismen“. Bild: Supertree Grove, Gardens by the Bay, Singapore. Quelle: Wikimedia Commons

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