Musik/Konzert

Caetano Veloso

Caetano Veloso
Caetano Veloso | Ney Coelho

Nein, es ist keine Überraschung, dass Caetano Veloso sich deutlich gegen Brasiliens rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro positioniert. Schließlich gehörte der Musiker in den 60er-Jahren zu den Begründern der kulturpolitischen Bewegung Tropicália in Reaktion auf die repressive Politik der Militärdiktatur und war deshalb zeitweilig ins Exil nach London gezwungen. Während Bolsonaro dem Militärregime bei jeder Gelegenheit huldigt, zählt Veloso zu den 300 Künstlern, Intellektuellen und Wissenschaftlern, die das Manifest „Demokratie, ja“ unterzeichneten, das vor Bolsonaro als „Gefahr für das zivilisatorische Erbe Brasiliens“ warnte. Kultur und Bildung sind nun auch die ersten Bereiche, denen der neue Rechtsaußen-Präsident in großem Stil dieZuschüsse entzieht, um stattdessen „patriotische“ Projekte zu fördern.
Velosos letztes Berliner Konzert fand 1994 im alten Tempodrom statt – einen Tag nachdem Brasilien Fußball-Weltmeister geworden war. Man kann sich denken, wie groß die Partylaune war. Doch Veloso hielt den Ball flach und spielte mit seinem alten Weggefährten Gilberto Gil ein großes, aber ruhiges Akustikgitarrenset, das die gespannte Erwartung bis zum Schluss hielt – und dann war wirklich Party! Erst 25 Jahre später gibt der heute 77-jährige Sänger und Komponist, auf dessen Konto unzählige Hits und heutige Klassiker der Música Popular Brasileira gehen, wieder ein akustisches Konzert im (nun neuen) Tempodrom. Diesmal kommt er mit seinen Söhnen Moreno, Zeca und Tom, allesamt ebenfalls Musiker. Und womöglich singt er auch „Proibido o Carnaval“ (Verbotener Karneval), seinen neuen Protestsong gegen Bolsonaro. Es wird bestimmt ein Fest. -icke

Der Singer-Songwriter wurde 1942 in Bahia im Nordosten Brasiliens geboren. Er wuchs mit karibischen Klängen, afrikanischer und nordamerikanischer Musik auf und erlebte am eigenen Leib die brutale Willkür der 1964 einsetzenden Militärdiktatur. Nach einem längeren Gefängnisaufenthalt ging er schließlich ins Exil. Bis zum heutigen Tag veröffentlicht der 76-Jährige neue Musik – im letzten Jahr war er Gaststar des European Song Contests. Beim Berliner Konzert unterstützen ihn seine Söhne Moreno, Zeca & Tom Veloso.

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