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Abfallprodukte der Liebe. Eine Ausstellung mit Werken von Elfi Mikesch, Rosa von Praunheim und Werner Schroeter

Filmstill aus Die Bettwurst (1971) von Rosa von Praunheim | Rosa von Praunheim

Elfi Mikesch, Rosa von Praunheim und Werner Schroeter (1945-2010) verkörpern eine Generation außerordentlich vielseitiger Künstler, die seit ihrem gemeinsamen Aufbruch 1968 kreativ miteinander kooperieren und sich einer Poesie der Überschreitung in Leben und Werk verschrieben haben. Elfi Mikesch, Fotografin, Kamerafrau und Regisseurin, Rosa von Praunheim, Filmemacher, Maler, Autor und Aktivist sowie Werner Schroeter, Film-, Theater- und Opernregisseur – sie eint ihr offensives Eintreten für divergierende Sexualitäten und ihre Künstlerfreundschaft.

In Anlehnung an den Film Poussières d’Amour (1996) von Werner Schroeter präsentiert die Ausstellung „Abfallprodukte der Liebe“ erstmals zusammenhängend Fotografien, Filme, bildkünstlerische Werke, Klanginstallationen und Dokumente in Form von begehbaren Räumen, die die vielfältigen ästhetischen und biografischen Bezüge untereinander auffächern. Von ihren gemeinsamen Wurzeln in der Westberliner Kunstszene wird durch fünf Dekaden hindurch eine Brücke bis in die Gegenwart geschlagen.

Auf der Suche nach „anderen Filmen, anderen Bildern und anderen Lebensformen“ (Mikesch) speisen sich ihre Emanzipationsgesten gleichermaßen aus dem künstlerischen Underground, politischen Aktivismus wie expressiven Pathos. Mikesch, Praunheim und Schroeter haben das deutsche Autorenkino nachhaltig beeinflusst – in Zeiten zunehmender Intoleranz und Ausgrenzung sind ihre Themen heute unvermindert virulent.

Die Ausstellung wird von Filmvorführungen, Performances, Talkshows und Diskussionen mit Gästen begleitet. Sie wird von der Kulturstiftung des Bundes gefördert.

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