Kunst

Schloss Cecilienhof und die Potsdamer Konferenz – Die Dreimächtekonferenz und das Potsdamer Abkommen 1945

Schloss Cecilienhof und die Potsdamer Konferenz – Die Dreimächtekonferenz und das Potsdamer Abkommen 1945
Potsdam, Schloss Cecilienhof, Konferenzsaal | © SPSG / Foto: Wolfgang Pfauder

Dauerausstellung am Originalschauplatz

Im Sommer 1945 wurde im Potsdamer Schloss Cecilienhof Weltgeschichte geschrieben: Nach dem Ende der Kampfhandlungen in Europa trafen sich hier die Vertreter der drei Hauptalliierten des Zweiten Weltkriegs, um auf höchster Ebene über die Neuordnung Europas und das künftige Schicksal Deutschlands zu beraten. Teilnehmer der Zusammenkunft waren die Staatsoberhäupter und Außenminister der USA, der Sowjetunion und Großbritanniens: Harry S. Truman, Joseph Stalin und Winston Churchill, der von seinem Nachfolger Clement Attlee abgelöst wurde. Die Ergebnisse der offiziell als „Dreimächtekonferenz von Berlin“ bezeichneten Konferenz wurden im Potsdamer Abkommen und in der Potsdamer Erklärung festgehalten.

Auch heute, über 70 Jahre nach dem Ende der Konferenz, ist Schloss Cecilienhof als weltpolitisch bedeutsamer Ort Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt. Mehr als die Hälfte der rund 165 000 Besucher im Jahr kommen aus dem Ausland.

Die Dauerausstellung präsentiert sich am authentischen Ort inhaltlich überarbeitet, neu gestaltet und in allen Schlossräumen. Eine Fülle an historischen Fotografien und vielschichtige Informationen sowie erläuternde Texten in Deutsch und Englisch lassen ein lebendiges Bild rund um das Konferenzgeschehen vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 entstehen. Auch der historische Kontext von Hitlers Aufstieg über das verheerende Kriegsgeschehen bis zum Ende des Krieges im Pazifik – von Potsdam aus gab Truman grünes Licht für den Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki – wird in der Ausstellung beleuchtet.

Der Rundgang durch die möblierten Schlossräume, deren Ausstattung grundsätzlich unverändert geblieben ist, behandelt die Geschehnisse rund um die Potsdamer Konferenz nach Themenschwerpunkten. Sie stehen jeweils in Bezug zur historischen Nutzung der Räume – etwa als Arbeitszimmer der sowjetischen, amerikanischen und britischen Delegationen. So erfährt man z. B. im britischen Arbeitszimmer Wissenswertes über die Wahlen und den anschließende Regierungswechsel in Großbritannien. Die Beschlüsse des Potsdamer Protokolls werden genau an dem Ort präsentiert, an dem sie 1945 von Churchill, später Attlee, Truman und Stalin getroffen wurden: im Konferenzsaal, dem Herzstück der Gedenkstätte Cecilienhof, mit dem berühmten runden Tisch.

Eine Presseschau am Ende des Rundgangs zeigt das breite mediale Echo der Potsdamer Konferenz. Ein Audioguide, der in elf Sprachen angeboten wird, ergänzt den Ausstellungsbesuch. Zu hören sind unter anderem Originaltöne von Churchill, Truman und Stalin.

Zusätzlich zu den politischen Ereignissen geht die Ausstellung auf die Baugeschichte des Schlosses und die Geschichte seiner ehemaligen Bewohner ein. Informationstafeln veranschaulichen die Entstehung des Hauses; ausgewählte Familienfotos geben Einblick in die Lebenswelt des Kronprinzenpaares Wilhelm (1882–1951) und Cecilie (1886–1954) von Preußen, für die Schloss Cecilienhof zwischen 1913 und 1917 erbaut wurde. Das Kronprinzenpaar bewohnte das Schloss bis Februar 1945.

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