Auf gute Nachbarschaft

Der Harmoniesüchtige

Der Harmoniesüchtige

Wer es gut meint mit einem neuen Nachbarn, der schenkt ihm Brot und Salz. Das ist in vielen Kulturen üblich. Diese Gabe soll den Wunsch nach Wohlstand und Sesshaftigkeit symbolisieren und mancherorts auch vor dem Teufel schützen. Sollte der neue Nachbar allerdings zur Gattung der Harmoniesüchtigen gehören, dann kann solch ein Gastgeschenk ein böser Vorbote sein und der neue Nachbar selbst zum Teufel werden. Der Harmoniesüchtige hat vermutlich eine schwere Kindheit, ein zerrüttetes Elternhaus oder einfach nur das Herz am rechten Fleck. In jedem Fall nervt er seine Mitmenschen mit allerlei Ideen, wie aus diesem kühlen Treppenhaus ein Tollhaus werden kann. Mal schmückt er die Mülltonnen, mal hängen Girlanden am Geländer. Böse kann man dem Harmoniesüchtigen anfangs nicht sein, schließlich deponiert er alle Pakete der Hausgemeinschaft klaglos in seiner Wohnung, fragt von sich aus, ob er im Urlaub die Blumen gießen soll. Nur als man seiner Einladung aufs gemeinsame Hoffest folgt und er eine zweistündige Rede hält, weiß man wieder, warum er so eine schwierige Kindheit hatte.

Möglicher Mitbewohner: Das glückliche Pärchen
Sicherer Auszugsgrund: Die Hausordnung verbietet Hoffeste und Dekorationen im Treppenhaus

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