Mythos Rave

15 Jahre Restrealitaet

Diese Technoplattform ist legendär und verschlossen wie das Berghain. Mit ZITTY haben sich die Macher zu ihrem ersten Interview getroffen

Dass die Welt glaubt, dass Berlin ein Riesen­rave ist, liegt auch an diesem Forum. Ohne die Möglichkeit, anonym hunderte oder ­tausende Feierwillige zu erreichen, hätte es nie einen Hype um illegale Open-Air-Partys gegeben, keinen Mythos Bar 25. Das Forum Restrealitaet ist selbst eine Legende. Eine Art Geheimclub. Um Reinzukommen, braucht man ein Mitglied, das für einen bürgt. Gerade ist die Restrealitaet, auch RR genannt, 15 Jahre alt geworden. Die MacherInnen waren bisher äußerst öffentlichkeitsscheu. ZITTY trifft sie zu ihrem ersten Interview im Garten einer Erdgeschosswohnung. Sechs Laptops ­stehen auf dem Tisch. Denn das Interview findet als Chat in der Restrealitaet statt und wird dort live von den Nutzern kommentiert.

Die Bühne der Restrealitaet. Links das Interview, rechts Nutzerkommentare dazu

Ihr habt unzählige Interviewanfragen abgelehnt, oder Journalisten, die euch treffen wollten, mit einem Onlinetreffen abgespeist und so auflaufen lassen, dass sie von einer Veröffentlichung abgesehen haben. Warum wollt Ihr jetzt ein Interview mit mir führen?

Restrealitaet: Um einer größeren Öffentlichkeit mitzuteilen, dass es Alternativen zu Facebook & Co geben kann. Wir haben lange drüber nachgedacht. Anlässlich der Debatte um asoziale Netzwerke erschien es uns an der Zeit, auch der breiteren Öffentlichkeit unser anthrazitfarbenes Modell eines unkommerziellen, selbst organisierten Netzwerks vorzustellen.

Der Heimleiter
Grafik: restrealitaet.de

Heimleiter: Aus meiner Sicht ist es sehr wichtig, dass wir über funktionierende Alternativen zu den großen Plattformen nachdenken und diese schaffen. Community- Building hat eben auch sehr viel mit gegenseitigem Vertrauen und persönlichen Kontakten im RealLife zu tun. Wir möchten auf gar keinen Fall dazu beitragen, dass all unsere Daten das „Öl der Zukunft“ werden, sondern, dass wir weiterhin auch online einen möglichst anonymen Freiraum genießen können. Aber ich bin auch ein unverbesserlicher Optimist.

15 Jahre Restrealitaet – wozu habt ihr das Forum geschaffen?

frollein rottenmaier: Wir haben die RR gegründet, weil unser Lieblingsclub zugemacht hatte und wir mit Menschen, die uns ans Herz gewachsen waren, weil wir mit ihnen irre viel Zeit verbracht hatten, weiterhin in Kontakt bleiben wollten. Damals gab es noch kein Facebook & Co. Ein halbes Jahr nach unserer Gründung kam dann Myspace.

Der Lieblingsclub war vermutlich das Ostgut. Die Architektur des Forums basiert auf dem Aufbau des Clubs?

frollein rottenmaier: Ja, gestartet sind wir als Selbsthilfe­forum für Leute mit Ostgut-Entzugserscheinungen. Ziemlich schnell kamen wir auf die naheliegende Idee,das Forum wie einen Club aufzubauen: Die ersten Jahre gab es die Tanzfläche, die Garderobe und die Toilette. Später kamen die weiteren Foren dazu.

Was war das Besondere am Ostgut?

darkstar: In der etwas verschwommen Erinnerung war es ein Club, wo jeder so sein konnte, wie er mochte – und eben auch ganz anders als die anderen. Alles war okay – ob Mauerblümchen oder Glatzkopf in SM-Klamotten. So einen schwarzen Dresscode wie heute im Berg­hain gab es zumindest noch nicht, es war alles etwas mondäner und experimenteller. Es war zumindest in der ­Panorama Bar eine freundliche, offene ­Atmosphäre. Die Menschen im Berghain von 2018 erleben wir da eher cool und stärker auf sich selbst bezogen – im Ostgut hatten wir das Gefühl, EINE große Gemeinschaft zu sein. Vielleicht sind wir aber auch einfach nur älter geworden und nicht mehr so euphorisch wie zu Beginn der 2000er-Jahre.

Im Dezember 2004, rund zwei Jahre nach dem Ende des Ostguts wurde der Nachfolger Berghain eröffnet. In der Zwischenzeit war eure Plattform oft der einzige Weg, Partys zu finden, die auch am Sonntag noch funktionieren. Inwiefern waren für euch diese zwei Jahre besonders?

Heimleiter: Fast zeitgleich mit der RR hat 2003 die Bar25 eröffnet. Es gab sehr viele (555) Stränge über die Bar25.

frollein rottenmaier: Anfangs kannten wir die meisten User persönlich. Daher kam es auch, dass wir ohne Zensur und Admins loslegten. Wir kannten uns vom Feiern und dachten, wir sind uns alle sehr nah. In der RR haben wir dann nüchtern festgestellt, dass wir ­immer noch einiges gemeinsam hatten, aber bei Tage betrachtet auch ganz schön unterschiedlich waren. Genau das macht die RR für uns nach wie vor aus: Wir alle teilen die Liebe zum elektronischen Nachtleben und gleichzeitig sind wir sehr verschieden. Die RR ist keine algorithmische Filterblase, sondern gnadenlos in ihrem Humor, konservativ in ihrer Gehässigkeit, manchmal sehr ungerecht und gleichzeitig zutiefst solidarisch (wenn man z.B. nicht mehr weiß, wo man sein Auto geparkt hat, Schafe in seiner Wohnung hat oder Unterstützung beim Umzug braucht).

darkstar: Als das Ostgut am 4. Januar 2003 geschlossen war, entstand eine Art Party-Vakuum – wodurch allerdings Platz für ganz neue, meist kleinere Partys und Locations entstand. Genau in der Zeit kam ja auch die RR an den Start, so dass es auch einen Ort gab, um die Partys bekannt zu machen. Eine der ersten Partyreihen hatte tatsächlich den Namen „In Gedenken an den 4.1.2003“ oder so ähnlich – das war der letzte Tag des Ostguts. Später gab es dann noch andere, alternative Partyreihen und man freute sich, dort die Feierbekanntschaften aus dem Ostgut wiederzutreffen: Beatstreet, Manic Monday, Partys in Eckkneipen (Frühschoppen im Blauen Affen), Wir sind Park (die eigentlich die ­ersten waren, die mit Soundsystems in die Berliner Parks gegangen sind).

Diese Open-Air-Feierei ist dann ja später ziemlich eskaliert.

Restrealitaet: Ich sags dir!

Heimleiter: Erst gab es fast nur „Wir sind Park“, „Reclaim the Park“ und „Karneval der Verpeilten“. Und noch ein paar kleinere Openairs, z.B. von der Barfuss-Crew.

karmageddon: Eskaliert? Also ich fand’s ganz lustig.

Ja, eskaliert. So sehr, dass, wenn heute jemand draußen ein Soundsystem aufbaut, innerhalb von fünf Minuten die Polizei da ist. Und ihr seid schuld.

rufus: 2010 war das mit den Open Airs schon sehr ­bizarr. Da ist man Samstagnachmittags in die Hasenheide ­gegangen, und es liefen schon zwei Open Airs auf der großen Wiese. Kurz darauf kam noch eine weitere Crew mit ihrer Robbe voll mit Wohnzimmerboxen und warmem Sterni angefahren und ist dann resigniert von dannen gezogen.

Karmageddon
Grafik: restrealitaet.de

karmageddon: Moment mal. Wir haben zumindest mit viel Aufwand einen total ineffizienten Stuhlkreis von Openairbetreibern organisiert. Hat halt nichts gebracht,
aber immerhin.

frollein rottenmaier: Das war echt witzig. Mit den alten Silberrücken mit Traditionsbewusstsein und den jungen Heißdüsen mit „Nach uns die Sintflut“.
rufus: Es hat bestimmt auch nicht geholfen, dass bei Open Airs an der Grenzallee die Leute in der Sonne sitzen wollten. Auf dem Grünstreifen des Autobahnkreuzes.

Aber gebracht hat euer Stuhlkreis ja nichts, oder? Die Zeit der illegalen Open Airs ist vorbei.
darkstar: Das lag aber nicht an uns.

Heimleiter: Dafür gibt es jetzt ja am ersten Mai ein kommerzielles Mega-Open-Air, für das der ganze Görli eingezäunt wird.

Wie hat sich die Partyszene denn sonst so verändert in den letzten 15 Jahren?

Heimleiter: Berlin ist ja ständig im Wandel und neue Sachen entstehen. Aber einige alte Projekte vermissen wir schon sehr.

Restrealitaet: So richtig viel können wir dazu gar nicht sagen. Einige aus der Heimleitung feiern kaum noch und verfolgen das Geschehen nur noch hier in der RR.

Worum geht es hier eigentlich?

Restrealitaet: Lange Jahre wurde leider erfolglos versucht den Nahost-Konflikt zu lösen. Dann gab es auch ­gefühlte tausend Stränge zur Bar 25. Immer wieder interessant: Metadiskussionen zur Frage „Wer ist ein Troll?“ Und die RR hat intensiv über Sexismus diskutiert.

Wie habt ihr den Restrealitaets-Geburtstag gefeiert?

frollein rottenmaier: Wie jedes Jahr haben wir für den ­Pöbel das Feuerwerk im Forum angeschaltet und uns selbst in unserer Zeuthener Villa mit Trüffel beworfen und mit Champagner vollgespritzt.

Techno scheint eine große Rolle für euch zu spielen: Wofür steht das? Was ist da anders als in der übrigen Welt?

Restrealitaet: In der Euphorie der Feierei gab es oft das Gefühl, die Technobewegung sei sowas wie eine zweite Flowerpower-Welle, eine gemeinsame Idee, eine ­Gemeinschaft von toleranten Gleichgesinnten, die ­experimentelle Räume erkunden und Grenzen ausloten. Ebenso wie in den 60ern war da bestimmt eine Menge Illusion dabei – aber eben auch manches ­Echte, was tatsächlich das eigene Bewusstsein nachhaltig ­beeinflusst hat. Es ist bis heute eine Szene, die dich in nullkommanix wieder in ihre Mitte aufnimmt, selbst wenn du jahrelang nicht feiern warst. Und zumindest für uns stand Techno ganz besonders für Liberalität und Vielseitigkeit – was für uns als Heimleitung der RR ­immer ganz wichtige Werte waren.

Heimleiter: „Techno, Tanzen, Scheiße labern!“ (war das Motto unser größten Party 2011 in der Storkower Straße, die wir zusammen mit den Pyonen, Bachstelzen und Neurocomic veranstaltet hatten.)

karmageddon: Also ich mag an dem Technoding, dass da einfach mal für zehn bis drölfzig Stunden ein Improvisationstheater entsteht, bei dem so blöde Sachen rauskommen, dass es ausreicht, um ein ganzes Forum 15 Jahre lang rund um die Uhr damit zu beschäftigen. Also positiv gemeint. So eine Party ist ja auch manchmal wie eine gemeinsame Mount-Everest-Besteigung. Man lernt sich kennen, macht bescheuerte Sachen zusammen und erzählt sich stundenlang seine innersten Lebensgeheimnisse. Dann ist man eng befreundet oder sieht sich alle fünf Jahre auf einer Party und mag sich trotzdem. So wie ich die vielen Erinnerungsfetzen in der RR lese, ist das ja schon was, was einen verbindet oder was sich zumindest ins Hirn brennt.

Wie man im Publikum sieht, geht es hier im Forum immer ziemlich hoch her. Hat euch das nie genervt?

Heimleiter: Doch, das nervt ständig. Ist aber irgendwie auch immer sehr lustig.

frollein rottenmaier: Im ersten Sommer wussten wir nicht, was für eine Büchse der Pandora wir da geöffnet hatten. Gleich im ersten Sommer überlegten sich Teile der Heimleitung die RR wieder abzuschalten, als wir uns zum ersten Mal mit Mobbing und Hasskommentaren konfrontiert sahen. Doch der Heimleiter warf sich unter Einsatz seines Lebens gegen diese Entscheidung.

darkstar: Gleich nach sechs Monaten wollten wir ­schließen (und seither nie wieder), da RRler*innen, die wir ganz zu Anfang ja größtenteils noch persönlich kannten, sich nach einer Afterhour in der RR über eine andere RRlerin lustig gemacht haben. Wie blöd sie sei und wie toll es gewesen sei, ihr auf der Afterhour „Fleischsalat in die Schuhe zu kippen“. Dafür hatten wir die RR nicht erschaffen! Da hatten wir unseren ersten richtigen Rappel.

Seit 2006 gibt es in der RR ein Bürgensystem. Wer rein will braucht einen Nutzer, der für ihn bürgt: Warum ist das so?

Restrealitaet: Wir wollen grundsätzlich ein Forum sein, in dem jeder anonym mit einem ausgedachten Avatar agieren kann und so auch dem Abstrusen eine Bühne sein, Differenz ermöglichen. Um dadurch aber nicht komplett machtlos gegen Trolle und Abhitlerer zu sein,gibt es das Bürgensystem. So können wir im Extremfall User sperren – und ihre Bürgen gleich mit, damit die nicht fünf Minuten später wieder ankommen als „Atze Hitler #2“.

Aber ist das nicht elitäre Kackscheiße?

ruede: Ohne Bürgensystem ist es nur Kackscheiße am Ende.

karmageddon: Das Problem ist ja, dass wir ein größtmöglich anonymes Forum sein wollen, wo jeder ­Dulli mit ­einem Avatar sagen kann, was er/sie will. Da das ­natürlich Grenzen hat, gibt es das Bürgensystem, dass im Zweifel jemand, der absichtlich einfach nur allen hier auf den Sack gehen will, auch rausgeworfen werden kann. Und mit ihm sein Bürge.

ruede: Man überlegt sich mit Bürgensystem hoffentlich zweimal, wen man reinlässt.

karmageddon: Ist ja schon grenzwertig, dieses anonym- und-unmoderiert-Ding. Es ist zwar eine schöne Vorstellung, aber am Ende sind Menschen auch anstrengend und manchmal leider auch einfach blöd. Das nervt dann die nicht ganz so Blöden. Aber wenn wir das Ganze hier wie heise.de moderieren würden, dann wär’s vielleicht unstressiger, aber halt auch nicht mehr die RR.

Das ist frollein rottenmaier
Grafik: restrealitaet.de

frollein rottenmaier: Ganz zu Anfang gab es übrigens das Bürgensystem noch nicht. Da haben wir uns ü ber jeden User gefreut. Dem 250. User haben wir sogar ein selbstbedrucktes T-Shirt geschenkt. Wobei das mit der Übergabe nie geklappt hat, oder?

Restrealitaet: Nein, captain haddock wartet heute noch auf sein T-Shirt.

In den vergangenen 15 Jahren sind in meinem Umfeld Menschen an Drogen gestorben. Geht euch das auch so? Und wenn ja: Hat das euren Blick auf die Szene geändert?

ruede: Ja, hat es.

Heimleiter: Leider gab es immer wieder Todesfälle. Das Trauern um gute Freunde gehört seit Jahren dazu. Januar 2008 war der Tod von unserem Freund und Vielschreiber ruin der Grund, dass wir die RR erstmals und auch bisher das letzte Mal für einige Tage gesperrt haben. Bei späteren Todesfällen haben wir uns dann gegen das Abschalten entschieden, weil die virtuelle Trauer und der Austausch der Hinterbliebenen für die RR ganz wichtig sind.

karmageddon: Aber das geht wahrscheinlich auch ­anderen Erwachsenen so, die in der Motorradszene, Fußballszene, Tischtennisszene oder auch in gar ­keiner Szene sind, dass Freunde sterben. Das ist bitter. Aber auch die Erkenntnis, die das Leben mit sich bringt, dass alles nur für den Moment ist und keiner von uns überlebt. Ich vermisse sie trotzdem sehr.

Als die RR gegründet wurde, gab es Facebook noch nicht. Inzwischen hat eure Plattform, zumindest was Partytipps angeht, ernstzunehmende Konkurrenz bekommen. Facebook ist heute eines der erfolgreichsten Unternehmen weltweit, ihr arbeitet ehrenamtlich. Was unterscheidet euch noch?

Restrealitaet: Facebook und Resident Advisor haben die RR und gerade auch die Tanzfläche schon in großen Teilen abgelöst – gleichzeitig bilden wir uns ein, dass die RR immer noch eine Qualität hat, die man bei ­Facebook oder Resident Advisor nicht findet … Keine Datenverarbeitung, keine Kommerzialisierung, persönliche ­Kontakte ins RealLife, politische Diskurse. Gerade vor dem Hintergrund der vielen Probleme mit Facebook und seiner Datennutzung freuen wir uns über unsere RR und ihre Mitglieder – die RR ist etwas Besonderes und eine echte Alternative zu den durchkommerzialisierten Filterblasen.

rufus: Wir haben auch keine Blockierfunktion oder sonst eine Möglichkeit, sich seine persönliche Filterbubble zu basteln. Viele können den direkten, oft bissigen Ton nicht ertragen. Ich bekomme oft im echten Leben ­Geschichten von Leuten erzählt, die die RR eigentlich gut finden ­wollen, aber von den persönlichen Angriffen abgeschreckt sind und dann keinen Bock mehr haben. Obwohl sie nicht mal selbst angesprochen waren.

Heimleiter: Wir sammeln keine Daten wie Facebook und kämen nie auf die Idee, Daten zu verkaufen. Eigentlich haben wir nur die E-Mail-Adressen der User als personenbezogene Daten. IP-Adressen werden anonymisiert. An Meta-Daten haben wir nur die Zeiten der Stränge und Kommentare.

Ihr betreibt die Restrealitaet mit Hilfe von diversen Spenden von Nutzern. Habt ihr nie überlegt, Geld damit zu verdienen?

Restrealitaetsfahne auf dem Fusion-Festival. Gebastelt von Fans des Forums
Foto: yoshi

Restrealitaet: Das würde weniger Spaß machen, und wir könnten nicht mehr regelmäßig rumjammern, dass wir die RR doch neben unserem Familienleben in ­mühevoller Kleinarbeit am Leben erhalten. Ganz im Ernst: Es gibt uns einen größeren Freiraum, manchmal auch etwas diktatorisch zu handeln – schließlich ist es ja für die RRler*innen umsonst, freiwillig und auf eigenes Risiko!

Heimleiter: Geldverdienen war öfter mal ein Thema für uns. Wir hatten uns aber immer dagegen entschieden, die User oder die Veranstalter zur Kasse zu bitten, weil dadurch nur eine Anspruchshaltung entstehen würde. Seit circa drei Jahren rufen wir daher zu Spenden auf.

rufus: Über Crowdfunding-Konzepte haben wir auch schon nachgedacht, die setzen wir vielleicht auch noch um.

Was war euer denkwürdigstes RR-Erlebnis?

Heimleiter: Ich fand die von uns ausgerufene KultuRRevolution 2008 ganz toll. Damals hatten viele User sich über ein sinkendes Niveau beschwert. Darauf haben wir dann auf eine sehr spezielle Weise reagiert. Das war sehr strange.

karmageddon: Und die schönsten Sachen fanden mit der RR außerhalb vom Internet statt. Piratenfahrt. Völkerballturnier. Und ab und zu waren auch mal sogenannte Partys, auf denen man sich mit Leuten in echt getroffen hat.

Ab hier senken sich die Köpfe, es wird manisch getippt, gekichert und gelacht. Ein „Weißt du noch“-Moment nach dem Anderen.

karmageddon: Yoshi, so ein Interview in der RR zu ­führen ist anstrengend, oder? Das RR Publikum will gerne die Insidergeschichten hören wie „welche Schuhgröße ­hatte der KultuRRwächter“, so ein bisschen wie im ­Donald Duck Club, wo sich Physiker treffen und die Statik von Dagoberts Geldspeicher berechnen. Und du als Journalist willst natürlich auch Sachen fragen, bei denen der Insider hier nur müde lächelt. Nicht so einfach, das zusammenzubringen.

Restrealitaet: Vielen Dank an alle. Wir kommen jetzt langsam zum Ende. Hier werden gerade Gin-Tonic ausgeschenkt.


Das Interview, in voller Länge in der Restrealitaet nachlesbar, wurde für den Abdruck gekürzt und korrigiert.

Anlässlich des 15-jährigen Jubiläums übernimmt die Heimleitung persönlich die Bürgschaft für 15 Zittyleser*innen. Die Ersten, die sich unter restrealitaet.de registrieren und einen guten Grund angeben, warum sie Teil der Restrealitaet sein wollen, sind dabei. Als Bürgen bitte „Restzitty“ angeben.