Rezepte für Kinder

Pimp up mein Essen

Fischstäbchen, Butternudeln, Kartoffelbrei – wenn es ums Essen geht, sind Kinder konservativ. Wir haben vier Berliner Köche gebeten, uns Geheim­rezepte zu verraten, die Spaß machen und den For­scher­­geist wecken. Guten Appetit!

So Bulgogi – ­mariniertes Rindfleisch

Kinderteller à la Kimchi Princess (von links oben im Uhrzeigersinn): Twigim (frittiertes Gemüse), Mandu-Teigtasche, Reisgesicht und Bulgogi (mariniertes Rindfleisch)
Foto: Ana Lessing
  1. Das Fleisch beim Metzger in hauchdünne Scheiben schneiden lassen. Oder: Sehnen abschneiden und das Fleisch für rund drei Stunden ins Tiefkühlfach legen.
  2. Zwiebeln schälen und halbieren. Die Nashibirne ebenfalls schälen, halbieren und das Kerngehäuse entfernen. Ingwer und Knoblauch schälen und mit halben Zwiebel und der Nashibirne pürieren. Die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Die Hälfte der Ringe fein hacken und mit Sojasauce, Reissirup, Reiswein, Zucker, Maesil Cheong, Sesamöl und eine Prise Pfeffer verrühren. Püree untermischen.
  3. Eingefrorenes Fleisch in hauchdünne Scheiben schneiden und in einer Schüssel mit der Marinade vermischen. Das Fleisch abgedeckt im Kühlschrank mindestens 1 Std. marinieren lassen.
  4. Glasnudeln in einer Schüssel mit warmem Wasser bedecken und ca. 20 Minuten einweichen lassen. Die drei übrigen Zwiebelhälften in feine Ringe schneiden. Den Lauch gründlich waschen und längs in 7 cm lange dünne Streifen schneiden.
  5. Die Glasnudeln in ein Sieb abtropfen lassen. Hohe Pfanne auf mittlerer Hitze erwärmen. Das Fleisch mit Zwiebelringen und Lauch ohne zusätzliches Öl 10 Min. unter Rühren braten, bis das Fleisch gar ist. Die Glasnudeln zugeben und alles weitere 5 Min. zusammen köcheln lassen.

Twigim – frittiertes Gemüse

  1. Die Zwiebel schälen. Möhre und Kartoffel schälen. Den Zucchino waschen und putzen. Das Gemüse in streichholzdünne Streifchen (Julienne) schneiden.
  2. Das Gemüse in einer Schüssel mit Mehl und knapp einem halben Teelöffel Salz vermischen. Das Bier dazugießen und alles gut verrühren, sodass das Gemüse mit Teig bedeckt ist.
  3. Das Öl in einem Topf auf 170 Grad erhitzen. Die Temperatur ist erreicht, sobald ein kleiner Teigtropfen darin sofort nach oben steigt und dabei viele kleine Bläschen abgibt.
  4. Eine kleine Kelle Gemüse-Teig-Mischung ins heiße Öl geben und in rund zwei Minuten goldgelb frittieren. Den Gemüsekrapfen mit einer Schaumkelle herausheben, auf Küchenpapier entfetten und kurz abkühlen lassen. Den übrigen Teig ebenso frittieren. Anschließend die Gemüsekrapfen ein zweites Mal im heißen Öl cirka zwei Minuten frittieren, herausnehmen und auf Küchenpapier entfetten.
  5. Das frittierte Gemüse sofort servieren.

Mandu-­Teigtaschen

  1. Am Vortag die Mandu-Teigblätter im Kühlschrank auftauen.
  2. Am Kochtag Zwiebel, Möhre und Weißkohl winzig klein würfeln. Einen Esslöffel Öl in einer Pfanne erhitzen, das Gemüse bei mittlerer Hitze in cirka fünf Minuten gar dünsten, in ein Sieb geben und abtropfen lassen.
  3. Die Frühlingszwiebel in sehr feine Ringe schneiden. Den Knoblauch schälen und fein reiben oder durchpressen. Den Tofu in Küchenpapier wickeln, das Wasser ausdrücken und mit einer Gabel zerdrücken. Frühlingszwiebel, Knoblauch und Tofu mit dem gegarten Gemüse, dem Hackfleisch, dem Ei und allen Würzzutaten in einer Schüssel gut vermischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Die Füllung abgedeckt eine Stunde im Kühlschrank ziehen lassen.
  4. Ein Teigblatt in die Hand nehmen. Die Ränder befeuchten. Einen halben gehäuften Esslöffel Füllung in die Mitte setzen den Teig darüberklappen und die Teig­ränder gut verschließen. Die fertige Nudeltasche auf die bemehlte Arbeitsfläche legen. Reicht für rund 25 Mandus.
  5. In einem Topf reichlich Wasser aufkochen und die Mandus darin ca. 7 Min. bei großer Hitze kochen. Sobald sie an die Oberfläche steigen, noch 1–2 Min. weiterkochen lassen, dann mit einem Schaumlöffel herausheben und mit Cho Ganjang servieren. Tipp: Fertige Mandus in Öl goldgelb braten.

Zutaten

Die Köchin
Young-Mi Park-Snowden führt neben dem koreanische Restaurant Kimchi Princess noch das Angry Chicken in Kreuzberg und hat gerade das Mani Mugo in Adlershof eröffnet. „In Korea“, sagt sie, „dürfen die Kinder essen wie die Großen.“ Der Unterschied: Die Teller für die Kleinen werden lustig dekoriert. Für uns hat sie drei Rezepte aus ihrem ersten Kochbuch „Kimchi Prinzess“ (GU, 24,99 Euro) rausgesucht, die auch separat funktionieren.
Foto: Foto: Gräfe und Unzer / Silvio Knezevic

Mandu-Teigtaschen

  • 1 Pck. TK-Mandu-Teig­blätter (280 g, Asiamarkt)
  • 20 g Zwiebel
  • 20 g Möhre
  • 20 g Weißkohl
  • 1 Frühlingszwiebel
  • (ca. 250 g)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 110 g weicher Tofu
  • 200 g Rinderhackfleisch
  • 1 Ei
  • 1 gestrichener TL
  • gemahlener Ingwer
  • 2 EL Sojasauce
  • 1 TL Zucker
  • 1 EL geröstetes Sesamöl
  • Salz & schwarzer Pfeffer
  • Außerdem: Mehl für die Arbeitsfläche, 1 EL Öl zum Braten

Twigim

  • 1⁄2 Zwiebel (ca. 20 g)
  • 1⁄2 Möhre (ca. 125 g)
  • 1⁄2 Kartoffel (ca. 50 g)
  • 1⁄2 Zucchino (ca. 100 g)
  • 160 g Mehl
  • Salz
  • 200 ml Bier (Pils)

So Bulgogi

  • 600 g Rindfleisch (Nacken; vom Metzger in dünne Scheiben schneiden lassen)
  • 2 Zwiebeln
  • 1⁄2 Nashibirne (oder Apfel)
  • 1 Stück Ingwer (ca. 17 g)
  • 12 Knoblauchzehen
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 100 ml Sojasauce
  • 2 EL Reissirup
  • 2 EL Reiswein
  • 2 EL Zucker
  • 2 EL Maesil Cheong* (Pflaumenextrakt)
  • 1 EL geröstetes Sesamöl
  • schwarzer Pfeffer
  • 50 g Glasnudeln
  • 1⁄2 Stange Lauch (200 g)

Bolognese ohne Fleisch

Foto: Ana Lessing

  1. Die Pasta nach Packungsanleitung im Salzwasser kochen.
  2. Den Tofu mit einer Gabel zerkrümeln.
  3. In einem Topf das Olivenöl erhitzen, Gemüsewürfel, Tofu, Lorbeerblatt und Wacholderbeeren darin goldgelb anbraten.
  4. Die Kräuter hinzugeben und mit dem Rotwein ablöschen (kann auch weggelassen werden).
  5. Die Tomaten pürieren und zu den anderen Zutaten in den Topf geben würzen, cirka zehn Minuten köcheln lassen.
  6. Die fertige Soße mit der Pasta vermischen.
  7. Als Parmesan-Ersatz die Kerne in einer Pfanne rösten und auskühlen lassen. In einer Küchenmaschine fein zerhacken und leicht mit Meersalz würzen.

Zutaten

  • 800 g Tomaten (Dose)
    Der Koch
    Niklas Mirinioui kocht seit September 2016 im Kopp’s am Koppenplatz in Mitte. Er ist selbst kein Veganer, verzichtet in seinem ­raffinierten Kreationen aber auf tierische Produkte. Er legt Wert auf saisonale, ­frische Zutaten. Die gehobene Gemüseküche hat er im Sternerestaurant Margaux entdeckt – aber er kann auch Klassiker und zeigt uns seine Bolognese.
    Fotos: Lena Ganssmann
  • 200 g Tofu Natur (zerbröselt)
  • 30 ml Olivenöl
  • 50 ml Rotwein (zum Ablöschen, der Alkohol verkocht komplett)
  • 50 g Zwiebel weiß (feine Würfel)
  • 50 g Karotte (feine Würfel)
  • 50 g Sellerie Knolle (feine Würfel)
  • 50 g Porree (feine Würfel)
  • 1 Zehe Knoblauch (feine Würfel)
  • 1 Zweig Rosmarin
  • 1 Zweig Thymian
  • 1 Stück Lorbeer Laub
  • 2 Stück Wachholderbeere (gehackt)
  • 1 g Pfeffer Schwarz gemahlen
  • 30 g Rohrzucker
  • 1 Prise feines Meersalz (nach Belieben)

Pasta

  • 500 g Spaghetti (ohne Ei)
  • 2,5 l Wasser
  • Prise grobes Meersalz (für das Nudelwasser)

Parmesan-Ersatz

  • 30 g Sonnenblumenkerne
  • 30 g Kürbiskerne
  • 30 g Leinsaat
  • 1 Prise feines Meersalz (nach Belieben)

Pommes-Grundrezept

  1. Ofen auf 200 Grad vorheizen.
  2. Kartoffeln waschen und in 1,5 Zentimeter dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben in 1,5 Zentimeter dicke Streifen schneiden. Die Stifte in eine Schüssel mit kalten Wasser geben.
  3. Cirka eine Stunde wässern.
  4. In einem Sieb abtropfen lassen und mit einem Tuch gut trocken tupfen.
  5. Die Stifte auf einem Backblech verteilen und salzen – anschließend mit Öl beträufeln.
  6. Die Stifte anschließen cirka 20 bis 30 ­Minuten goldgelb backen

Tipp: Noch besser gelingen die Pommes in der Friteuse. Dabei empfiehlt sich folgendes Vorgehen: Die geschnittenen Pommes bei 140 Grad cirka acht Minuten frittieren und eine Stunde auskühlen lassen, danach bei 170 Grad drei Minuten abfrittieren.


Pommes Popeye

Pommes Popeye
Foto: Lena Gannsmann
  1. Haselnüsse in der Pfanne anrösten, auskühlen lassen und leicht zerstoßen.
  2. Sahne in einen Topf geben und einköcheln lassen, bis die Menge sich auf die Hälfte reduziert hat, dabei immer wieder rühren, damit nichts anbrennt.
  3. Mit Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und geriebenem Muskat abschmecken.
  4. Babyspinat waschen, gut abtropfen, zur Sahne hinzufügen und kurz mitkochen, bis er zusammenfällt.
  5. Mit einer feinen Reibe die Zeste von der Zitrone abreiben und und zum Spinat mit den leicht zerstoßenen Haselnüssen hinzufügen
  6. Vier Spiegeleier braten, salzen und pfeffern
  7. Die Pommes auf Küchenpapier abtropfen lassen und auf Teller verteilen. Spinat darauf verteilen und das Spiegelei auflegen.

Pommes à la Banana Split

Pommes a la Banana Split
Foto: Lena Gannsmann
  1. In der Zwischenzeit das Glas Nutella im Wasserbad schmelzen. Achtung: Bei einer anderen Creme unbedingt ein Glas verwenden ;-).
  2. Bananen schälen und in rund einen Zentimeter dicke Scheiben schneiden.
  3. Kokosflocken in der Pfanne rösten, bis sie goldbraun sind.
  4. Sahne mit einer Prise Zucker mit dem Rührgerät steif schlagen.
  5. Erdnüsse leicht zerstoßen und bereitstellen.
  6. Die Pommes auf Küchenpapier abtropfen lassen und auf Teller verteilen, mit Bananenstücken und Erdnüssen bestreuen.
  7. Warme Schokocreme drüberträufeln und einen Löffel Schlagsahne auf die Teller verteilen. Das Ganze mit den Kokosflocken bestreuen.

Zutaten

Der Koch
Vladislav Gachyn ist einer von drei Kartoffelhelden, die gerade Kreuzbergs heißeste Frittenbude eröffnet haben. Im Goldies sind Pommes eine Delikatesse. Gelernt, wie’s geht, hat er u.a. im Drei-Sterne-Restaurant Aqua. Wir geben *** für diese zwei extrafeinen Frittenvariationen.
Fotos: Lena Ganssmann

Pommes

  • 1 kg mehligkochende Kartoffeln (am besten eignen sich Agria oder Bintje) 50 ml Pflanzenöl (z.B. Sonnenblumenöl – wichtig kein kaltgepresstes Öl, da dieses verbrennt)
  • Pommes Popeye
  • 250 g Babyspinat
  • 100 g geschälte Haselnüsse
  • 250 ml Sahne
  • 4 Eier
  • 1 unbehandelte Zitrone
  • Etwas Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • frisch geriebene Muskatnuss

Banana Split

  • 1 kleines Glas Nutella oder andere Schokocreme
  • 2 Bananen
  • 100g gesalzene Erdnüsse
  • 100g Kokosflocken
  • 200g Sahne
  • 25g Zucker
  • Eine Prise feines Meersalz

Calamari-Spieße mit Babykartoffeln

Calamari-Spieße mit Babykartoffeln
Foto: Lena Gannsmann

Calamari-Spieße

  1. Calamari säubern und waschen, in ein Zentimeter dünne Streifen schneiden.
  2. Für eine Stund in je zwei Esslöffel Oliven­öl und Limettensaft, sowie dem gepresst Knoblauch marinieren, anschließend auf Grillspieße aufspießen.
  3. Calamari-Spieße für zwei Minuten auf beiden Seiten kräftig anbraten.
  4. Mit einer Marinade aus dem restlichen Öl, dem Limettensaft, der Petersilie und Salz und Pfeffer würzen.

Babykartoffeln

  1. Junge Kartoffeln waschen und im Salzwasser gar kochen (das dauert knapp 20 Minuten, je nach Größe der Kartoffeln).
  2. Anschließend für vier Minuten auf den Grill legen oder mit etwas Öl in der Bratpfanne rösten.

Der Koch
Vladimir Kosić steht im serbischen Restaurant Kafana in Wilmersdorf am Herd. Schon als Kind in Montenegro wurde er von seinem Vater zum Fischen mitgenommen. ­ Als Stärkung gab es die frisch gefangenen Calamari, ganz einfach zubereitet. Bis heute eine seiner Leibspeisen – und für Berliner Kinder eine aufregende Art, Meerestiere zu entdecken.
Fotos: Lena Ganssmann

Zutaten

  • 500 g Baby-Calamari (am besten vom Fischhändler säubern lassen)
  • 6 EL Olivenöl
  • 4 EL Limettensaft
  • 1 Knoblauchzehe gepresst
  • 3 EL frisch gehackte Petersilie
  • Salz
  • Pfeffer
  • 800 g Babykartoffeln